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Zuwanderung nach Köln: Sprungbrett für junge Menschen

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Vor allem junge Menschen zieht es nach Köln. Bis 2020 soll die Stadt um 50.000 Menschen wachsen. Foto: dpa
Laut einer Prognose der Stadt wird Köln in den nächsten sieben Jahren um rund 50.000 Menschen wachsen. Vor allem junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren zieht es in die Stadt. Warum? Vier Beispiele.  Von
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Köln wird laut einer Prognose der Stadt bis zum Jahr 2020 um rund 50.000 Menschen wachsen. Bei den Neu-Kölnern handelt es sich vor allem um die Gruppe der 18- bis 30-Jährigen, die aus anderen Städten hinzuzieht. Doch warum ist gerade Köln so attraktiv für sie?

In erster Linie kommen die Zuwanderer wegen Ausbildung und Arbeitsplatz, sagt Joachim Scheiner, der an der Fakultät für Raumplanung der Uni Dortmund tätig ist. „Eine Spezialisierung wie in Köln gibt es in Kleinstädten nicht.“ Köln gelte als sehr attraktive Stadt mit umfangreichen Arbeitsmöglichkeiten für Qualifizierte, etwa im Mediensektor, im künstlerischen Bereich und in der Dienstleistungsbranche, bestätigt Jürgen Friedrichs von der Universität zu Köln.

Auch die Uni Köln zieht mit ihrer Fächerbreite viele Abiturienten an. Lediglich 20 Prozent der Studienanfänger kommen aus Köln, führt der Datenatlas des gemeinnützigen Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) auf. Die Mehrzahl kommt aus anderen Städten und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen. „Obwohl man eigentlich denken müsste, dass junge Menschen eine kleinere Studentenstadt bevorzugen würden, ist die große Auswahl an Studienfächern in Köln sehr attraktiv“, sagt Friedrichs. Zudem lockten die umfangreichen Freizeit- und Kulturmöglichkeiten.

Großstadt-Forscher Manfred Nutz von der Universität Bonn verweist auf die umfangreichen Angebote an Nebenjobs. „Medien, Gastronomie und Unterhaltungsbranche bieten einen idealen Nährboden und dienen als Sprungbrett für eine richtige Festanstellung.“ Als Standortfaktor komme hinzu, dass sich das positive Image der Stadt in ländlichen Regionen wie dem Sauerland und dem Münsterland herumspreche.

„Man hört von anderen jungen Leuten, die schon nach Köln gegangen sind, dass es funktioniert und man gut dort leben kann“, sagt Nutz. Das wirke allerdings nicht nur auf künftige Akademiker anziehend: „Es kommen auch viele Nichtstudierende, die vor allem in der kreativen Branche ihren Platz finden.“
Joachim Scheiner sieht zudem die sehr spezielle Subkultur als Pluspunkt. „Die Szenen sind in Köln viel ausdifferenzierter als in kleineren Städten – von Homosexuellen über Fußballrechte bis hin zu Punks. Das zieht insbesondere Junge an, die sich noch stark voneinander abgrenzen wollen.“

Viele wollen bleiben

Doch es wandern nicht nur mehr Menschen zu, viele wollen auch bleiben. „Seit zehn Jahren gibt es einen Trend zur Reurbanisierung“, erklärt Scheiner. „Während junge Familien früher oft in den Speckgürtel der Städte gezogen sind, bleiben sie heute.“ Die Städte seien familienfreundlicher geworden, ein Stabilisierungsfaktor sowohl wirtschaftlich als auch sozial. „Wer weiß, dass er mit seiner Familie bleiben will, der kümmert sich auch eher um eine gute Nachbarschaft“, sagt Scheiner.

Zudem könne in einer Stadt wie Köln jeder seine Nische finden. „Durch mehr Menschen wird auch die Vielfalt größer, was wiederum noch mehr Menschen anzieht“, erläutert Jürgen Friedrichs.

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