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Eishockey-WM: Deutschland feiert Sieg ohne Wert

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Chefcoach Pat Cortina hält eine Ansprache. Foto: Bongarts/Getty Images
Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat zum zweiten Mal in Folge bei der Weltmeisterschaft die K.o.-Runde verpasst. Daran änderte auch später der eigene Overtime-Sieg über Frankreich nichts mehr. Trainer und Spieler sind dennoch zufrieden.
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Helsinki

Vom WM-Aus erfuhren Deutschlands Eishockey-Cracks schon kurz nach der Ankunft in der Hartwall Areena von Helsinki - dann mussten sie den Slowaken auch noch bei deren Viertelfinal-Party zusehen. Die Nationalmannschaft von Bundestrainer Pat Cortina kehrt schon nach der WM-Vorrunde wieder aus Finnland zurück. Durch den Sieg der Slowakei am Dienstag über die USA war das Spiel der deutschen Mannschaft gegen Frankreich bereits vor dem ersten Bully nur noch zum Duell um die Ehre geworden. Das Team um Kapitän und Doppeltorschütze Christian Ehrhoff gewann nach Verlängerung mit 3:2 (1:1, 0:1, 1:0).

„Wir können trotzdem zufrieden sein“, meinte NHL-Profi Marcel Goc, „wir haben gut gespielt, auch gegen die großen Nationen.“ Trainer Cortina ist überzeugt, dem deutschen Eishockey trotz der verpassten K.o.-Runde wieder zu Stolz verholfen zu haben. „Wir haben bei diesem Turnier viele Komplimente aus der Eishockey-Welt erhalten. Wir haben alles getan, was wir konnten“, meinte der Italo-Kanadier. Am Ende sprang der neunte Platz in der Turniertabelle heraus.

Vorjahresfinalist Slowakei hätte gegen die USA Punkte abgeben müssen, damit Deutschland mit einem Erfolg doch noch den Einzug in die Playoffs geschafft hätte - doch die amerikanische Schützenhilfe blieb aus. So wusste Cortina, als er die Halle betrat, spätestens bei der vierten slowakischen Tor-Fanfare, dass das Turnier für ihn und die Mannschaft vorbei ist. Zu allem Überfluss mussten die Deutschen auf dem Weg in ihre Kabine in den Katakomben auch noch an den feiernden Slowaken vorbei. „Die Stimmung bei uns war dann natürlich nicht gut, weil wir wussten, dass es unser letztes Spiel wird“, berichtete Ehrhoff, der schließlich zum Matchwinner wurde.

Cortina war schon vor dem ersten Bully beim TV-Sender „Sport1“ gefasst geblieben und hatte an ein anderes letztlich ausgebliebenes Szenario erinnert: „Es hätte auch sein können, dass wir heute noch mal gegen den Abstieg spielen müssen.“ So ging es um nichts mehr.
Davon merkte man auf dem Eis wenig, beide Teams gingen beherzt zur Sache. Phasenweise fuhren die Deutschen, die den ersten WM-Sieg seit 20 Jahren gegen die Équipe Tricolore feierten, so harte Checks wie zuvor bei dieser WM nicht oft gesehen. Vor allem Ehrhoff packte in seinen Schuss zum 1:1-Ausgleich viel Wut (18. Minute). Michael Wolf gelang mit einem Abstaubertreffer das 2:2 (42.). Die Franzosen waren zweimal durch Julien Desrosiers (2.) und Antoine Roussel (35.) in Führung gegangen. Die Overtime entschied dann Ehrhoff (62.).

„Christian war unglaublich heute“, lobte Trainer Cortina. „Was für ein Anführer! Er stand heute noch mal 26 Minuten auf dem Eis, es war sein siebtes Spiel in zwölf Tagen - das sagt alles über ihn aus.“

Die deutsche Auswahl verpasste zum zweiten Mal nacheinander den Sprung in die WM-Playoffs. „Letztlich sind wir daran gescheitert, in den ersten drei Partien nicht genug Punkte geholt zu haben, obwohl wir es verdient hätten“, sagte Cortina. Deutschland hatte zum Auftakt die Spiele gegen Finnland (3:4 n.V.), Russland (1:4) und die Slowakei (2:3) verloren und war später auch den USA (0:3) unterlegen.

Nach dem blamablen Scheitern in der Olympia-Qualifikation, als die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) im Februar ihr Ticket für Sotschi gegen Österreich verspielt hatte, habe das Team „ein solides Turnier gespielt“, fand Stürmer Goc, „das war wichtig.“ Coach Cortina, der einen Vertrag bis 2015 besitzt und ab sofort auch als Sportdirektor gefordert ist, sieht die Truppe auf einem guten Weg.

Noch vor dem letzten Vorrundenspieltag war im DEB die Hoffnung auf US-Schützenhilfe groß gewesen. „Die USA hat auch ein Eigeninteresse, gegen die Slowakei zu gewinnen. Die würden nämlich dann lieber gegen uns spielen als gegen Russland“, hatte Teammanager Klaus Merk gesagt.

Das Match in Helsinki begann dann aber ernüchternd mit zwei groben Fehlern von US-Goalie Ben Bishop: Zunächst vertändelte er hinter dem Tor den Puck, so dass Branko Radivojevic nach 15 Sekunden zum 1:0 traf. Dreieinhalb Minuten später ließ Bishop einen eher harmlosen Schlenzer von Martin Bartek passieren. In Überzahl gelang dem Vize-Weltmeister das 3:0 durch Rene Vydareny (31. Minute). Danny Kristos Anschlusstor (40.) hatte keine Folgen mehr. Marko Dano machte mit einem Empty-Net-Goal (59.) alles klar für die Slowaken. (dpa)

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