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Interview mit Nethery: „Wir müssen nicht viel ändern“

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Lance Nethery ist der neue Manager der Kölner Haie. Foto: Rainer Dahmen
Ab Februar ist Lance Nethery der neue Geschäftsführer der Kölner Haie. Im Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ äußert sich der Kanadier über die Hintergründe seiner Rückkehr, seine Ziele mit dem KEC und die Zusammenarbeit mit Uwe Krupp.
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Köln

Lance Nethery (55) ist ab 1. Februar neuer Geschäftsführer der Kölner Haie. Im Interview äußert sich der Kanadier über die Hintergründe seiner Rückkehr,  seine Ziele und die Zusammenarbeit mit Uwe Krupp

Herr Nethery, wie wird die Aufgabenverteilung beim KEC künftig aussehen, insbesondere die Arbeitsteilung mit Uwe Krupp ?

Nethery: Meine Aufgabe besteht in erster Linie darin, Uwe Krupp und Niklas Sundblad zu unterstützen. Eine andere ist, darauf zu achten, dass wir innerhalb des Etats bleiben. Wir müssen nicht viel ändern. Und die Mannschaft für nächstes Jahr steht. Uwe Krupp und ich  haben die gleiche Philosophie. Dazu gehört auch, dass wir nicht all zu viel ändern in der Mannschaft, wenn es nicht nötig ist. Das ist besser für die Identifikation der Fans, für die Sponsoren und Medien. Wir sind beide sehr starke Persönlichkeiten. Aber wir haben beide ein Ziel: Die Haie sportlich und geschäftlich weiter nach vorn zu bringen. Ich denke,  Uwe und werden kein Problem haben.  Ich bin auch nicht mehr 40. Ich bin älter und ruhiger geworden, ich habe mehr Erfahrung. Ich muss auch nicht mehr jeden Tag in der Zeitung stehen. Ich habe den Gesellschaftern gesagt: Ich wünsche mir, dass Uwe Krupp noch zehn Jahren bei den Haien bleibt. Es würde heißen, dass wir Erfolg haben. Dann wäre ich 66 Jahre alt und kann in Ruhestand gehen

Wer hat das letzte Wort in sportlichen Fragen?

Nethery: Natürlich hat er das letzte Wort, welche Spieler wir holen. Ich werde niemals einem Trainer einen Spieler geben, den er nicht haben will. Das wäre völlig sinnlos.

Ist das Ziel schon die Meisterschaft im Sommer?

Nethery: Das wäre die perfekte Lösung.  Aber ich weiß wie schwierig das ist. Die Liga ist so ausgeglichen, jeder kann jeden schlagen. Man sollte Erfolg oder Misserfolg aber nicht nur am Titel messen. Ein Titel ist schön und sollte das Ziel sein. Aber mir ist wichtig, dass wir immer die Möglichkeit haben, um den Meistertitel zu spielen. Das ist eine  Philosophie, die wir weiter verfolgen  werden.

Sie sollen sich auch um die Nachwuchsförderung in Köln kümmern?

Nethery: Leider konnte der Nachwuchs in den letzten Jahren nicht die Priorität haben, weil der Klub finanzielle Probleme hatte. Dann fragst Du dich nicht, ob Du den Nachwuchs retten kannst. Du musst Dich erstmal selbst retten. Es wird in Köln wichtig sein, wieder eine Mannshaft in der Deutschen Nachwuchs-Liga zu haben. Wir müssten  ein bisschen mehr Geld zur Verfügung haben. Es ist nicht einfach. Wir habe immer weniger Ausländer in der Liga. Wir sollten also unseren eigene Nachwuchs produzieren.

Es hat nach dem Bekanntwerden von Thomas Eichins Wechsel nach Bremen eine Flut von Bewerbungen beim KEC gegeben. War eine von Ihnen dabei?

Nethery: Ich bin kein großer Freund von Bewerbungen.

Welche Perspektiven für den künftigen Finanzrahmen haben ihnen die Gesellschafter aufgezeigt?

Nethery: Sie haben angedeutet, dass sie gewinnen wollen. Wir haben nicht konkret über den Etat gesprochen. Aber ohne einen Vertrag zu kennen, weiß ich ungefähr, was hier bezahlt wird. Ich bin über 20 Jahre dabei. Wir werden probieren, kurz- mittel-und langfristig erfolgreich zu spielen. Das heißt:  Wenn möglich, um die Meisterschaft zu spielen. Verstehen Sie das richtig: Ich sage nicht, dass wir jedes Jahr Meister werden.

Ist Nethery die richtige Lösung?

Werden Sie für diese Jahr noch Spieler holen?

Nethery: Das wird ganz sicher Uwe entscheiden. Ich werde meine Meinung sagen und wenn er einen Spieler hat und es finanziell möglich ist, dann entscheidet er.  Ich war ein paar Monate nicht da, ich weiß nicht so hundertprozentig wie Uwe, wo die Mannschaft steht. Ich vermute, die Chemie stimmt., sonst wäre sie nicht so erfolgreich. Ausnahmsweise denke ich, dass man nicht nach der perfekten Mannschaft suchen sollte. Denn es läuft und die Chemie ist gut. Wenn man jemanden reinbringt, kann es manchmal ein Problem geben. Aber man weiß nie, ob man langfristige Verletzungen hat.  Dann muss man vielleicht etwas anders reagieren. Wenn Uwe einen Spieler braucht, werde ich ihm helfen. Ich werde weiterhin viele Spiele sehen, in Übersee, in Schweden, Finnland, wie ich es immer gemacht habe.

Von wo werden Sie die Spiele beobachten? Von der Bank?

Nethery: Nein. Hundertprozentig nicht. Ich habe von oben einen viel besseren Blick. Ich habe in meiner Karriere genug hinter der Bank gestanden. Erstens ist es ehr gefährlich, zweitens kann Du gar nicht gut sehen, vor allem die gegnerische Mannschaft.

Was haben Sie eigentlich nach ihrem Abschied aus Düsseldorf gemacht und was war ihr Plan, bevor die Haie angerufen haben?

Nethery: Ich war 20 Jahre lang hier als Trainer, Manager, Geschäftsführer. Ich wollte eigentlich eine Pause von einem Jahr machen. Ich habe im Sommer und Herbst das ein oder andere Angebot abgelehnt. Mein Akku war ein bisschen leer. Ich wollte viel Fitness machen und meine Freizeit genießen. Habe ich auch gemacht.  Als die Haie anriefen, wollte ich mit meiner Frau nach Kalifornien fahren, für sechs Wochen durch Amerika. Mein Schwager hat eine Ranch in Santa Barbara. Wir waren einen Tag unterwegs und mein Telefonat geklingelt. Das waren wir gerade in New Orleans.

Was hat ihre Frau gesagt?

Nethery: Sie hat gesagt: Wenn es Dich glücklich macht, dann mach es. Dann machen wir die Reise später.

Aufgezeichnet von Christian Oeynhausen

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