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Kölner Haie: Abschiedsgruß an Pat Cortina

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Kapitän John Tripp (l.) und Daniel Tjärnqvist Foto: Rainer Dahmen
Bundestrainer Pat Cortina verzichtet für die Olympia-Qualifikation ab 7. Februar auf John Tripp. Der Kapitän der Kölner Haie erfuhr von der Entscheidung kurz vor der PArtie gegen Iserlohn - und reagierte mit dem Siegtreffer kurz vor Schluss.  Von
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Köln

Im schwarzen Kapuzenpulli mit dem Logo des Deutschen Eishockey-Bundes auf dem Ärmel lief John Tripp durch die Katakomben der Lanxess-Arena. Der Kapitän der Kölner Haie war mit seinem Tor 38 Sekunden vor Schluss der Matchwinner beim 2:1 über die Iserlohn Roosters am Mittwoch. Doch sein Aufzug erinnerte gleich an die schlechten Nachrichten, die den 35-Jährigen vor der Partie ereilt hatten: Bundestrainer Pat Cortina verzichtet für die Olympia-Qualifikation ab 7. Februar (live auf Sport1) in Bietigheim-Bissingen auf John Tripp. "Schade. Mein Ziel ist es immer, für den DEB zu spielen. Aber es ist okay. Ich wünsche der Mannschaft viel Glück. Ich glaube, sie schaffen den Job", sagte Tripp. Der Job ist, sich gegen Italien, die Niederlande und Österreich durchzusetzen, um in Sotschi 2014 dabei zu sein.

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Ob Tripp, dann fast 37 Jahre alt, in Russland noch mal eine Chance bekommt, ist sehr fraglich. Eher noch käme die WM in diesem Jahr in Frage. "Das ist alles noch zu weit weg. Wichtig ist das, was die Haie machen", sagte Tripp. Er ahnt: Einiges deutet darauf hin, dass Cortina am Mittwoch die Länderspiel-Karriere des John Tripp nach 84 Einsätzen mit 12 Toren und 22 Vorlagen, nach fünf A-Weltmeisterschaften und einem olympischen Turnier beendet hat. "Es gibt auf den Stürmerpositionen viel Wettbewerb", sagt sein Vereinscoach Uwe Krupp, "die jüngere Generation drängt nach vorn." Dem Vor-Vorgänger Cortinas als Bundestrainer kommt die Entscheidung recht: "Ich denke, dass es für den John eine gute Pause ist." Der Rechtsaußen spielt seine bisher beste Saison für den KEC. Nach 40 Spielen fehlt ihm nur noch ein Scorerpunkt zur persönlichen Bestmarke von 2011/12 (30 Punkte in 52 Spielen).

Der Hüne ist Kult geworden

2006 erhielt der kanadische Stürmer aus Kingston/Ontario aufgrund seiner deutschen Vorfahren den Pass der Bundesrepublik. Ein Jahr später debütierte der Zwei-Zentner-Mann unter Krupp für die DEB-Auswahl. Am Gelingen der Olympia-Qualifikation für Vancouver 2010 war Tripp entscheidend beteiligt und wurde zum besten Stürmer des Turniers gewählt. Der Vater von Zwillingen kam 2010 nach Köln: Die Haie waren Letzter, und man kann heute sagen: Zu dem wenigen, was von der Ära des Trainer-Managers Bill Stewart in Köln positiv in Erinnerung bleibt, gehört die Verpflichtung Tripps. Der Hüne ist Kult geworden. Wegen seiner Spielweise, seinem Auftreten als Anführer, wegen seines karitativen Engagements. Und wegen seines markanten Äußeren: Zurzeit ist er wieder mal mit Burt-Reynolds-Gedächtnis-Schnurrbart unterwegs. Und mit seinen Zahnlücken wirbt er für die Zahnarzt-Software eines KEC-Sponsors.

Ein Tag Pause nur bleibt dem Kapitän, um die Enttäuschung zu verarbeiten. Sein Tor gegen Iserlohn 38 Sekunden vor Schluss war wie eine erste Antwort. Am Freitag (19.30 Uhr) müssen die Kölner schon wieder gegen die Roosters antreten, diesmal am Seilersee. Im Kölner Tor wird mit Youri Ziffer die Nummer zwei stehen. "Es wird schwer", prophezeit Tripp, "sie kämpfen um den letzten Playoff-Platz. Wir müssen besser starten als am Mittwoch und mehr aufs Tor schießen."

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