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Winter Game: Ice Tigers besiegen Eisbären

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Tolle Atmosphäre bei nicht perfektem Wetter: Winter Game in Nürnberg. Foto: Bongarts/Getty Images
Tolle Atmosphäre trotz Dauerregen: Die Nürnberg Ice Tigers haben das erste Winter Game in der Geschichte der DEL gewonnen. Nach der Partie zeigten sich alle beteiligten überglücklich. Dabei hätte es genügend Gründe zum Jammern gegeben.  Von
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Nürnberg

Eishockey-Profis sind stolz darauf, besonders harte Jungs zu sein. Und wer hart ist, der jammert auch dann nicht, wenn es Grund dazu gäbe. Wie am Samstag. Nach dem Winter Game im Nürnberger Fußball-Stadion zwischen den Ice Tigers und den Eisbären hätten sich die Spieler über allerlei Dinge beklagen können. Sie taten es aber nicht.

Keiner sprach aber davon, dass es vom Anfang bis zum Ende der Freiluftpartie genieselt hatte. Dass das Eis somit stumpf und es Glückssache war, ob Pässe ankamen. Niemand erwähnte, dass die Handschuhe so nass wurden, dass den Spielern die Schläger in den Händen verrutschten. „Ich freue mich, dass ich Teil dieser Veranstaltung sein durfte“, sagte Eisbären-Stürmer Florian Busch stattdessen. „Ich habe lange nicht mehr solchen Spaß gehabt. Man vergisst immer wieder, wie schön es ist, draußen Eishockey zu spielen an der frischen Luft.“

Es schien Busch nicht einmal zu stören, dass die Eisbären das Spiel mit 3:4 (0:0, 1:1, 2:3) verloren hatten. Es zählte nur das Erlebnis, vor 50 000 Zuschauern – Europa-Rekord für eine Ligapartie – gespielt zu haben. Ähnlich begeistert waren die Kollegen. Für alle stand das „Riesenevent“ (André Rankel) und die „unglaubliche Atmosphäre“ (Constantin Braun) im Vordergrund – und nicht der harte Kampf gegen widrige Bedingungen. Rankel räumte nur ein: „Ohne Regen hätte alles noch viel besser werden können.“

Ebenso tapfer wie die Spieler waren die Zuschauer. Sie waren gekommen, ein Event zu feiern und hielten bis zum Ende durch. Durch nichts ließen sie sich Laune verderben, nicht vom Geschrei aufgeregter Animatoren in den vom Sender „Servus-TV“ auf 25 Minuten verlängerten Drittelpausen. Und auch nicht von sonstigen Störfaktoren, und es gab einige.

Einige Störfaktoren

Das Nürnberger Stadion hat eine Leichtathletik-Laufbahn. Es lag somit viel Platz zwischen den Zuschauer-Plätzen und der in der Mitte aufgebauten Eisfläche. Zudem ist das Stadion nicht steil. Die Besucher im Unterrang, etwa ein Drittel des Publikums, befanden sich fast auf einer Höhe mit der Spielfläche und konnten kaum etwas sehen. Ihnen blieb nur der Blick auf zwei große Videowände. Und natürlich konnte sich im Regen kein gutes Spiel entwickeln. Immerhin war es im letzten Drittel spannend, als beide Teams fröhlich bolzten. Ex-Kölner Jason Jaspers schoss das Siegtor für Nürnberg.

„Für die Aktiven war es hart, doch sie haben es leicht aussehen lassen“, jubilierte Gernot Tripcke, Leiter der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), für die das Winterspiel eine Leistungs-Demonstration war. Die Veranstalter wollten 50000 Besucher anlocken, und sie zeigten, dass sie es können. Ohne Thomas Sabo, der wie es Florian Busch ausdrückte „sein Herz und seinen Geldbeutel“ geöffnet hatte, wäre das jedoch nicht möglich gewesen. Der Schmuckhändler und Besitzer der Ice Tigers hatte die Finanzierung abgesichert. Genaue Zahlen nannte niemand, es war nur von einem siebenstelligen Euro-Betrag die Rede. Wie sich die Veranstaltung in der Endabrechnung darstellt, wird vermutlich ebenfalls Sabos Geheimnis bleiben.

Lorenz Funk, Geschäftsführer der Ice Tigers, war sich sicher: „Wir werden auf jeden Fall keinen Verlust machen.“ Und da alle so glücklich waren mit dem ersten Winter Game, würden sie am liebsten bald wieder eins haben. Tripcke: „Ob es ein nächstes Spiel gibt, ist keine Frage, es geht um das Wie und Wann.“ Dem Juristen spukte gar eine romantische Fantasie im Kopf herum: „Vielleicht machen wir ein Spiel auf einem gefrorenen Weiher, wo es um das Ambiente geht und nicht um die Masse der Zuschauer.“

Winterspiel in Köln kaum vorstellbar

Ein Winterspiel im Kölner Fußballstadion kann sich Haie-Geschäftsführer Thomas Eichin dagegen kaum vorstellen, allein schon wegen des unkalkulierbaren Wetterrisikos. „Es gab aber schon einmal Überlegungen“, sagte er, „noch einmal ein Spiel in der Schalker Arena zu machen.“ Dort fand im Mai 2010 die erfolgreiche Eröffnung der Heim-WM statt, der Vorteil: Die Arena hat ein Dach.

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