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Winter Game: Riesen-Event in der Fußball-Arena

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So war es im Mai 2010 zum Auftakt der Eishockey-WM 2010 auf Schalke: 77 803 Fans sahen das Spiel der Deutschen gegen die USA. Foto: dpa
Die DEL richtet am Samstag das Winter Game zwischen den Nürnberg Ice Tigers und den Eisbären Berlin in einem Fußball-Stadion aus. Zu der Partie werden 50.000 Zuschauer erwartet. Ksta.de sprach mit Haie-Coach Uwe Krupp und seinem Spieler Felix Schütz über das Winter Game.
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ksta.de: Herr Krupp, Herr Schütz, am Samstag findet im Nürnberger Fußballstadion ein DEL-Spiel zwischen Nürnberg und Berlin statt - das sogenannte Winter Game. Sie beide waren dabei, als erstmals ein Eishockey-Spiel in Deutschland in einem großen Stadion ausgetragen wurde, die Eröffnungs-Partie der Weltmeisterschaft 2010 gegen die USA in der Schalker Arena, die das deutsche Team mit 2:1 gewann. Wie sind Ihre Erinnerungen?

Felix Schütz: Natürlich positiv. Es ist schon eine Weile her, ich schaue es mir ab und zu auf Youtube an. Es hat viel Spaß gemacht, die ganze WM war super. Es war natürlich umso schöner für mich, dass ich gegen die USA das Siegtor geschossen habe. Es sind schöne Erinnerungen.

ksta.de: In Nürnberg werden 50.000 Besucher erwartet, auf Schalke waren es 77.803. Wie war das für Sie, machte Ihnen eine so große Kulisse nicht auch Angst - oder zumindest ein mulmiges Gefühl?

Schütz: Als Spieler hat man nie Angst, man freut sich zu spielen. Ich war aber nervöser als vor anderen Spielen. Ich kann mich noch erinnern, dass wir alle am Nachmittag vor dem Spiel in die Arena gefahren sind und uns alles angeschaut haben. Auch ältere Spieler wie Sven Felski waren völlig begeistert. Für uns Jüngere war es eine besonders große Sache.

ksta.de: Änderte sich etwas für Sie als Spieler, konnten Sie überhaupt noch die Kommandos hören?

Schütz: Es war alles wie immer. Wir konnten uns trotz der vielen Zuschauer gut verstehen. Nur ganz am Ende, da war es ziemlich laut.

ksta.de: Herr Krupp, wie haben Sie als Coach das Spiel erlebt?

Uwe Krupp: Das war das wichtigste Spiel, das ich je gecoacht habe, mit Abstand. Für mich gab es nie einen größeren Moment. Es war das Eröffnungsspiel der Heim-WM, im Jahr davor sind wir bei der WM in Bern abgestiegen.

ksta.de: Sie standen also ziemlich unter Druck.

Krupp: Wir, die gesamte Mannschaft, Trainerstab und der Deutsche Eishockey-Bund standen unter erheblichem Druck. Alle Augen der deutschen und internationalen Eishockeywelt waren auf uns gerichtet, und wir waren uns der damit verbundenen Verantwortung bewusst. Eine Heim-WM bedeutet für eine Sportart wie Eishockey immer eine Chance, mit einem guten Abschneiden für positive Schlagzeilen zu sorgen. Der Sieg auf Schalke war einer der wichtigsten Momente in der Geschichte des deutschen Eishockeys, ein Meilenstein.

ksta.de: Stand, als sie 2005 Bundestrainer wurden, schon fest, dass die Eröffnung auf einer so großen Bühne stattfinden würde?

Krupp: Nein, bei der Organisation der WM wurde es vorgeschlagen. Ich war am Anfang total dagegen. Ich hatte Bedenken, da ich nicht wollte, dass unser Auftaktspiel eine Zirkus-Attraktion wird. Meine Bedenken wurden aber zerstreut, weil ich zusammen mit Franz Reindl die Schalker Arena besichtigt habe.

ksta.de: Und was denken Sie über das Spiel in Nürnberg?

Krupp: Das ist ein Ligaspiel, da geht es nur um drei Punkte, wir hatten eine komplett andere Aufgabe. Ich will das Spiel nicht klein machen, man kann es aber nicht vergleichen.

ksta.de: Das Spiel in Nürnberg findet unter freiem Himmel statt. Wann haben Sie das letzte Mal unter freiem Himmel gespielt?

Schütz: Ich kann mich noch erinnern. Als ich klein war, da war in Erding kein Dach über dem Stadion. Im Profi-Eishockey habe ich aber kein Spiel unter freiem Himmel gemacht. Auf einem zugefrorenen See habe ich manchmal aus Spaß gespielt.
Krupp: Ich habe vor zwei Jahren beim Pond Hockey Cup in Garmisch gespielt. Und ich erinnere mich: Die Belleville Bulls (kanadische Mannschaft aus Belleville, Ontario, d. Red.), wo mein Sohn Björn gespielt hat, sind in die kleineren Gemeinden gefahren und haben mit Kindern Training auf dem See gemacht. Da habe ich einmal mitgemacht. Das war eine tolle Sache, bei strahlendem Sonnenschein, das hat Spaß gemacht.

ksta.de: Haben Sie als Kind in Köln einmal draußen auf einem See gespielt?

Krupp: Ja, ich kann mich gut erinnern: Wir haben auf dem Decksteiner Weiher Eishockey gespielt. Da war ich sieben Jahre alt.

ksta.de: Noch mal zu dem Spiel in Nürnberg, wie finden Sie, dass es so etwas gibt?

Krupp: Das ist eine tolle Sache, ein Riesen-Event. Die Mannschaften werden Spaß haben und unsere Sportart gut darstellen.

ksta.de: Schade, dass die Kölner Haie nicht daran beteiligt sind, oder?

Schütz: Ja, aber vielleicht sind wir ja das nächste Mal dabei. Köln gegen Düsseldorf im Stadion, das wäre eine gute Sache.

ksta.de: Könnten Sie sich das auch vorstellen, Herr Krupp: Köln gegen Düsseldorf im Stadion in Müngersdorf?

Krupp: Wenn es gut aufgezogen ist, klar. Es gibt genug Eishockey-Fans in der Region. In Köln kannst du mit Eishockey alles machen, wenn dich die Stadt unterstützt.

ksta.de: Das Spiel in Nürnberg soll auch Werbung sein für die deutsche Bewerbung um die Eishockey-WM 2017, die auch wieder in einem Stadion eröffnet werden könnte. Was halten Sie davon?

Krupp: Das ist perfekt. Ich hoffe, dass das Eis am Samstag gut sein wird. Und dass alle Spaß haben. Wenn positiv berichtet wird, profitiert die ganze Liga. Kinder fangen an Eishockey zu spielen, lernen Schlittschuhlaufen, das bringt unseren Sport voran.

Das Gespräch führten Christiane Mitatselis und Christian Oeynhausen

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