28.08.2016
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Kommentar: Vettel triumphiert auch als Mensch

Sebastian Vettel

Sebastian Vettel

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dapd

Nur gut, dass die Formel-1-WM endlich entschieden ist - es reicht! Eine Steigerung der Dramaturgie ist nach diesem Finale nicht mehr vorstellbar. Kollision, Absturz des Champions auf den letzten Platz, Regen, Safety-Car, Boxenpanne, Funkausfall. Mit anderen Worten: das volle Programm.

Das 20. Rennen der längsten Grand-Prix-Saison aller Zeiten hat im Zeitraffer viel erzählt über die Faszination, aber auch den Irrsinn einer Sportart, die die Balance finden soll in einer Gemengelage aus Zirkus, Hightech, Verschwendung, Egozentrik, Duell-Machismo und - Zufall.

Schien der alte und neue Champion nicht schon nach wenigen Sekunden aus dem Rennen: Vom Weltmeister zum Geisterfahrer? Was fühlt man in diesem Moment, wenn man falsch herum auf der Piste steht und annehmen muss, dass die filigrane Technik irreparabel Schaden erlitten hat?

Niemand mehr wird nach diesem Thriller behaupten wollen, Sebastian Vettel sei der Eintritt in die Formel-1-Ruhmeshallen dank technologischer Überlegenheit quasi geschenkt worden. Natürlich hat er seinen Aufstieg zum jüngsten dreifachen Weltmeister der Formel-1-Historie auch den als genial gerühmten Fähigkeiten des Red-Bull-Konstrukteurs Adrian Newey und der Finanzkraft des Limo-Konzerns zu verdanken.

Die Fähigkeit, unter höchstem Erfolgs- und Erwartungsdruck dem Spektakel Formel 1 bei allen fragwürdigen Nebengeräuschen eine vorbildlich sportliche Note abzugewinnen, hebt Vettel aus dem Rest des Feldes heraus, als Rennfahrer und als Mensch. Im Moment spricht nichts dagegen, dass das nicht so bleiben könnte.


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