27.09.2016
Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt

Korruption: Ford will gegen Mitarbeiter klagen

Ford

Razzia bei Ford in Köln. (dpa)

KÖLN/FRANKFURT-M. -­ In der Korruptionsaffäre will der Kölner Autobauer Ford betrügerische Mitarbeiter auf Schadenersatzverklagen. "Wir nehmen das Thema Korruption sehr ernst", sagteFord-Deutschland-Chef Bernhard Mattes dem "Focus" lautVorabbericht vom Samstag. Ford beauftragte dem Bericht zufolgeeine Anwaltskanzlei, die veruntreuten Gelder zurückzufordern.Laut "Focus" schätzt Mattes den Schaden auf einen einstelligenMillionenbetrag.

Am Montag hatten etwa 100 Steuerfahnder und PolizistenGeschäftsräume der Tochter des US-Konzerns sowie anderer Firmenim Raum Köln und mehrere Privatwohnungen wegen des Verdachts derKorruption durchsucht und dabei eine Person verhaftet. NachAngaben der Staatsanwaltschaft werden Mitarbeiter einerFord-Abteilung, die europaweit mit Umbauten von Gebäuden undProduktionseinheiten betraut sind, verdächtigt, von bestimmten Firmen"systematisch materielle Vorteile" erhalten zu haben. Im Gegenzug sollen die betreffenden Unternehmen bei der Auftragsvergabe bevorzugt worden sein. Außerdem sollen die Ford-Mitarbeiter unberechtigte oder überhöhte Rechnungen abgezeichnet haben.

Mattes wies Vorwürfe zurück, wonach organisatorische Mängelden Millionenbetrug um Bauaufträge bei Produktionshallenbegünstigt hätten: "Wir haben klare Kontrollmechanismen, die imtäglichen Geschäft sehr gut greifen. Hier wurden sie durch diehohe kriminelle Energie der Mitarbeiter ausgehebelt", sagte er.

Die Ermittlungen begannen laut Staatsanwaltschaft bereits imSeptember und nahmen ihren Ausgang durch einen ähnlichgelagerten Fall im Saarland, wo Ford ebenfalls ein Werkunterhält. (dapd, rtr)


Neue Nachrichten

Wir haben neue Artikel für Sie. Möchten Sie jetzt die aktuelle Startseite laden?