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Bechener Sportplatz: SV Bechen sät Naturrasen

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Foto: Christopher Arlinghaus
Während in Kürten, Biesfeld und Olpe auf Kunstrasen gespielt wird, setzt der SV Bechen auf Naturrasen. Derzeit laufen die Vorbereitungen für die Aussaat. Eröffnung soll zum Saisonbeginn am 14. September gefeiert werden.  Von
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Der Ascheplatz auf dem Bechener Sportplatz gehört der Vergangenheit an. Letzte Reste des Belages stehen mit einer schwarzen Schleife versehen in einer gläsernen Urne im Vereinsheim. Doch Traurigkeit kommt beim SV Bechen nicht auf. Im Gegenteil. „Am Montag wird eingesät“, sagt Vereinschef Rudi Schumacher. Während in Kürten, Biesfeld und Olpe auf Kunstrasen gespielt wird, setzten die Bechener auf Naturrasen.

„Letztes Jahr haben wir den Plan vorgestellt, und entgegen anderslautender Gerüchte sind wir auf einem guten Weg“, sagt Schumacher. Das ist offensichtlich. Auf dem Platz wurde inzwischen ein Erde-Sand-Gemisch für den Grassamen aufgetragen, das Gebüsch rund um die Spielfläche wurde zurückgeschnitten, zurzeit werden Zäune aufgestellt. „Es dauert zehn Tage, bis der Rasen anfängt zu keimen“, sagt Schumacher. „Wir rechnen damit, in drei Monaten spielen zu können.“ Eröffnung soll zu Saisonbeginn am 14. September gefeiert werden.

Nachdem bei den Nachbarvereinen künstliches Grün spross, suchte der SV Bechen nach Alternativen zum Ascheplatz. „Ein Kunstrasenplatz hätte uns 500 000 Euro gekostet“, erklärt der Vereinsvorsitzende. Geld, das der Verein nicht hat. „Wir haben keine Rückstellungen“, so Schumacher. „Die Mitgliedsbeiträge reichen gerade für den Unterhalt.“ Nach einem Kontakt mit „Rasenpapst“ Jürgen Mehnert setzten die Bechener auf natürliches Grün. Der Agraringenieur berät etliche Bundesligavereine in Punkto Rasen und hat eine Methode entwickelt, um Ascheböden in Naturrasen umzuwandeln. Er hat den Platz in Bechen analysiert: „Die Oberzone war weniger glücklich, aber darunter ist die Tenne recht ordentlich.“ Der Platz könne normal bespielt werden, brauche aber nach Saisonende eine Regenerationsphase.

Aufgrund von Mehnerts Analyse wurde ein Festpreis für die Umwandlung vereinbart. Auf insgesamt 150 000 Euro beziffert Schumacher die Gesamtkosten für das Projekt inklusive aller Arbeiten rund um den Platz. „Wir haben die Prämisse ausgegeben, dass der Rasen den Verein nichts kosten darf“, erklärt er, vielmehr seien alle Kosten durch Spenden finanziert worden. „Zurzeit besteht noch eine Deckungslücke von 30 000 bis 40 000 Euro“, erklärt Schumacher. Doch er geht davon aus, dass diese durch eine Vereinsaktion im Herbst geschlossen werden kann. Von dem Projekt überzeugt ist auch Ex-Fußballnationalspieler Carsten Ramelow, der in Bechen wohnt. „Ich war zuerst sehr skeptisch“, sagt er. Doch dann habe er sich ehemalige Ascheplätze in Süddeutschland angeschaut, die mit Hilfe von Mehnert umgewandelt worden sind. Er war begeistert und unterstützt nun das Projekt in Bechen: „Es gibt nichts Schöneres, als auf Rasen zu spielen.“

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