27.09.2016
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„Vorgezappt“: Lesestunde mit Kalkofe

Gönnt seinen Zuschauern eine Lesestunde der besonderen Art: Oliver Kalkofe

Gönnt seinen Zuschauern eine Lesestunde der besonderen Art: Oliver Kalkofe

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dpa

Freitag, 29. März

Den Fernsehmüll bringt Oliver Kalkofe schon seit Mitte der 90er runter. Das ist nach wie vor gut. Mindestens genauso gut ist, dass er sich ab sofort auch um den Schmonzes kümmert, den Prominente (nicht selten mit Hilfe eines Ghostwriters) zwischen zwei Buchdeckel packen.

„Nichtgedanken mit Oliver Kalkofe“ (Tele 5, 22.00 Uhr) heißt das Format, in dem Kalkofe in die verbalen Luftblasen piekst, die Gestalten wie Bushido, Carsten Maschmeyer, Gina Wild, Daniela Katzenberger und Bettina Wulff (to name only a few) als relevante oder mindestens unterhaltsame Bücher verkauft sehen wollen, die de facto aber nichts sind als entbehrliche Selbstbeweihräucherungen, in denen gerade Sätze in etwa so oft vorkommen wie Tore gegen Bayern München in der Saison 2012/2013.

Zur Einstimmung auf Kalkofes ganz spezielle Vorleseviertelstunde hier ein paar völlig zusammenhanglose Passagen aus Bettina Wulffs Machwerk „Jenseits des Protokolls“: „Als Frau des Bundespräsidenten ist man wahrlich mehr als nur das schmückende Beiwerk des Mannes. Die Position auszufüllen ist ein Fulltime-Job. – Natürlich waren Christian und ich in Berlin ein Team. Aber deswegen wollte ich mich nicht selbstverständlich als untrennbares Doppelpack über einen Kamm scheren lassen. – Nach Christians Rücktritt habe ich erst einmal einen, sagen wir, Kassensturz gemacht.

Ich schaute in den Spiegel und war gelinde gesagt entsetzt.“ Wer seinen Verstand – ob nun untrennbar oder als Doppelpack – nicht über einen Kamm scheren lassen will, ist bei Oliver Kalkofe vor allem eins: goldrichtig.