23.07.2016
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„Wim Wenders Stiftung“: Eine Heimat für das Œuvre

Donata und Wim Wenders blicken auf Düsseldorf.

Donata und Wim Wenders blicken auf Düsseldorf.

Foto:

AFP

Wim Wenders möchte sein Werk vom Privatsitz in eine Stiftung überführen. Zu diesem Zweck hat er gemeinsam mit seiner Frau, der Fotografin Donata Wenders, die „Wim Wenders Stiftung“ ins Leben gerufen. Diese hat ihren Sitz in Düsseldorf und wird neben dem filmischen Œuvre auch Wenders’ fotografische, malerische und literarische Arbeiten umfassen.

Ebenfalls engagiert in der Stiftung sind neben der Stadt Düsseldorf und dem Land Nordrhein-Westfalen die Film- und Medienstiftung NRW sowie die Kulturstiftung der Länder.
Wenders wurde 1945 in Düsseldorf geboren; hier verbrachte er seine Schulzeit. Er habe sich keine andere Stadt vorstellen können, um seine Stiftungspläne zu realisieren, sagte er am Freitag in der Landeshauptstadt. Er empfinde Düsseldorf als seine Heimat.

Rechte an den älteren Werken erwerben

Ein Großteil der Wenders-Filme befindet sich derzeit im Besitz des „Reverse-Angle“-Produzenten Peter Schwartzkopff, der auch „Land of Plenty“ und „Don’t Come Knocking“ produziert hat. Bis Ende des Jahres wird die Stiftung die Rechte an den älteren Werken erwerben, anschließend kommen die neueren Filme, über die Wenders ohnehin verfügt, hinzu. Das gesamte Œuvre, also auch die Fotografien sowie die wenig bekannten Gemälde, soll als Ganzes gepflegt, notfalls restauriert und digitalisiert und der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden. Auch wissenschaftlicher Arbeit zu Wenders soll die Stiftung entgegenkommen.

Zur öffentlichen Präsentation zählen darüber hinaus eine Retrospektive der Wenders-Filme im Kino des Düsseldorfer Filmmuseums sowie Ausstellungen. Marc Jan Eumann, Medien-Staatssekretär in NRW, sagte, die Stiftung sei ein Geschenk an alle Bürger und eine Herzensangelegenheit von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. An diese war Wenders mit seinen Plänen herangetreten.

Nicht zuletzt will die Stiftung Stipendien an den filmischen Nachwuchs vergeben, um den sich Wenders persönlich kümmern will. Sein Interesse gilt dabei vornehmlich technischen Innovationen, die neue Erzählformen schaffen. Er selbst hat zuletzt „Pina“ in 3-D-Technik gedreht und damit dem Dokumentarfilm wichtige Impulse verliehen.

Wenders gilt international als einer der wichtigsten Regisseure aus Deutschland, Filme wie „Alice in den Städten“, „Der Himmel über Berlin“ oder „Hammett“ werden als Klassiker immer wieder aufgeführt. 1982 gewann er mit „Der Stand der Dinge“ den Löwen von Venedig und 1984 mit „Paris, Texas“ die Palme von Cannes.