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Artcologne: Kunst-Schnellkurs für Laien

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Christian Saehrendt - unser Kunstexperte. Foto: Sarah Tschanz
Es ist Artcologne und Sie haben keinen Plan? Mit der geistreichen Sprache der Kunst ist das so eine Sache, wissen unsere zwei Kunstexperten. Hier haben sie Fachbegriffe übersetzt und verraten was sich der Laie lieber verkneifen sollte.
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Köln

Messezeit, überall wird geistreich über Kunst geredet. Christian Saehrendt und sein Kollege Steen T. Kittl haben für uns ein paar Fachbegriffe der Kunstmarktprofis übersetzt und sagen, welche Bemerkungen sich der Laie verkneifen sollte.

Kritischer Diskurs

Jedem Kunstwerk kann mit einiger intellektueller Verrenkung eine gesellschafts-, kapitalismus- oder geschlechterrollenkritische Absicht unterstellt werden. Der abgehobene, nur bedingt realitätsorientierte kritische Diskurs der Kunstexperten sichert den Kunststatus der betreffenden Objekte.

Sehgewohnheiten hinterfragen

Ist Kunst offensichtlich langweilig, ekelhaft und unverständlich, kann auf diese Weise dem Betrachter der Schwarze Peter zugeschoben werden, dessen Sehgewohnheiten verbesserungswürdig seien: In diesem Spiel ist der Betrachter immer der Dumme.

Unser Experte

Christian Saehrendt, 45, studierte Freie Kunst an der Hochschule für bildende Künste , später Neuere Geschichte und Kunstgeschichte. Mit Steen T. Kittl hat er populärwissenschaftliche Bücher veröffentlicht, darunter den Ratgeber „Das kann ich auch! Gebrauchsanweisung für moderne Kunst“, DuMont Buchverlag, 288 Seiten, 9,99 Euro. Er probt außerdem auf der Art Cologne das „coole Kunst-Kaufen“, zu sehen als Beitrag am Montag, 22. April, um 20.01 Uhr auf Eins Festival.

Tabubrechend!

Der ästhetische Tabubruch ist inzwischen ein nostalgisches Ritual geworden, das nur noch in der Provinz funktioniert. Heute wird die ästhetische Provokation an staatlichen Akademien als Karrierefach gelehrt. Das Publikum ist hinlänglich daran gewöhnt, hat sich darin eingerichtet. Permanenter Tabubruch ist die neue Gemütlichkeit unserer Zeit.

Prozessuales Werk

Ein dürftiges Kunstwerk wird als Ergebnis eines hochinteressanten und anspruchsvollen Arbeitsprozesses verkauft. Der Berg kreißte und gebar eine Maus.

Wo ist denn der Künstler?

Wer ist denn der Dicke mit dem Hut?

Nur sagen, wenn man den Künstler kennenlernen will und ernste Absichten hat. Nicht nach prominenten Künstlern oder Gästen den Hals recken! Promis ignorieren oder mit falschem Namen ansprechen, wenn es gar nicht anders geht.

Schatz, das würde doch gut über die Durchreiche zum Esszimmer passen!

Nicht so laut. Sie wecken sonst Hoffnungen oder riskieren, den ganzen Abend von Galeristen belästigt zu werden. Niemals während der Vernissage das Scheckheft zücken!

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