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Ausstellung in New York: „Spannerfotos“ sorgen für Aufregung

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Der Fotograf Arne Svenson interpretioert die Post-Privacy-Ära radikal: Für ein Kunstprojekt hat er heimlich Menschen fotografiert. Die Ausstellung in New York sorgt für Proteste. Foto: AP/dpa
Eine Ausstellung des Fotografen Arne Svenson in New York sorgt für Aufregung. Für die Kunstausstellung „The Neighbors“ hat er Menschen heimlich in deren Wohnungen abgelichtet. Zwar sind sie auf den Fotos nie erkennbar, dennoch eckt der radikale Eingriff ins Private an.
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New York

Voyeurismus oder Kunst? In New York sorgt zur Zeit eine Kunstausstellung mit Fotos aus dem alltäglichen Leben für Empörung. Der Grund: Die Bilder für „The Neighbors“ (Die Nachbarn) wurden ohne Wissen der Bewohner durch die Fenster ihrer Wohnungen geschossen.

In diesem Gebäude im New Yorker Stadtteil Tribeca  leben die Menschen, die für die Ausstellung heimlich in ihren Wohnungen fotografiert wurden.
In diesem Gebäude im New Yorker Stadtteil Tribeca leben die Menschen, die für die Ausstellung heimlich in ihren Wohnungen fotografiert wurden.
Foto: AFP

Der Fotograf Arne Svenson habe „die tägliche Routine seiner Nachbarn in Downtown Manhattan studiert“, hieß es von der Julie Saul Gallery. Dazu fotografierte er mit einem Teleobjektiv aus seiner Wohnung einfach durch die Fenster in andere Apartments hinein. Die Bilder zeigen einen schlafenden Mann, eine sich bückende Frau von hinten, nackte Beine unterm Bademantel und eine Frau im Schaukelstuhl mit Teddybär. Komplette Gesichter sind nie abgebildet, höchstens einzelne Partien.

Blick in die Galerie Julie Saul in New York, in der Arne Svenson ausstellt.
Blick in die Galerie Julie Saul in New York, in der Arne Svenson ausstellt.
Foto: AP/dpa

„Ich bin empört, weil auch viele Kinder in dem Gebäude leben“, sagte ein Bewohner dem Sender NBC. „Ich habe Kinder, kleine Kinder. Und ich bin sicher, dass es da viel mehr gibt, was wir noch nicht gesehen haben.“ Der Fotograf habe sicher noch einiges auf dem Film. „Und wir alle fragen uns: Was hat er noch und was will er damit tun?“

Von den aufgenommen Personen sind immer nur Details zu sehen, die Personen sind nicht zu erkennen. Dennoch sind die Neighbours, so der Titel der Ausstellung, erbost.
Von den aufgenommen Personen sind immer nur Details zu sehen, die Personen sind nicht zu erkennen. Dennoch sind die "Neighbours", so der Titel der Ausstellung, erbost.
Foto: AP/dpa

Svenson sieht das ganz anders. „Für meine Objekte gibt es die Frage der Privatsphäre nicht“, sagt er. „Sie stellen sich hinter einem durchsichtigen Schleier auf einer Bühne dar, die sie selbst gestaltet haben und auf der sie den Vorhang selbst hochgezogen haben.“ Dabei räumt er selbst ein, etwas spannerhaft gearbeitet zu haben: „Die Nachbarn wussten nicht, dass sie fotografiert werden. Ich habe vorsichtig aus dem Schatten von meiner Wohnung in ihre geknipst.“

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