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Beatles-Musical „Let it be“: Die Vergangenheit kommt nicht wieder

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Ian Hornal (Paul), Ryan Coath (John), Ben Cullingworth (Ringo) und Paul Mannion (George) als Beatles in der Show „Let it be“. Foto: Peter Rakoczy
Die Show „Let it be“ aus London gastiert derzeit im Kölner Musical Dome und will den Hype um die Beatles in die Gegenwart holen. Das Vorhaben gelingt nicht: Wer Pech hat, zu spät geboren worden zu sein, muss mit der Lücke in seinem Fan-Dasein leben.  Von
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Köln

Ein bisschen Nebel und im Hintergrund das Bild eines Gewölbes. Das muss reichen, um die schummrige Stimmung im Liverpooler Cavern Club Anfang der 60er Jahre in den Kölner Musical Dome zu holen. Vier schmale Jungs stehen in Anzügen auf der Bühne und sehen mit ihrem Pottschnitt ein wenig aus wie zu groß geratene Konfirmanden. Und doch würde jeder Fan wohl viel geben, bei einem der damaligen Auftritte dabei gewesen zu sein. Man hat schließlich nicht oft die Gelegenheit, dem Aufgang eines Sterns zuzuschauen.

„Let It Be“ heißt die Show vom Londoner Westend, die versucht, diese Situation nachzustellen. Jungen und alten Fans ein Gefühl davon zu geben, wie es gewesen sein muss, die vier Musiker live zu sehen. Instrumente, Kostüme, Perücken und aufgeklebte Bärte - man tut alles, um die perfekte Illusion zu erschaffen. Und auch musikalisch müssen sich Ian Hornal (Paul), Ryan Coath (John), Ben Cullingworth (Ringo) und Paul Mannion (George) nicht verstecken. Sie beherrschen ihre Instrumente, sie können singen und bemühen sich, ihren Vorbildern so nah wie möglich zu kommen.

Jede Phase der Karriere

Die unterschiedlichen Perioden der Bandgeschichte werden lebendig. Vom Cavern Club mit Hits wie „I Want To Hold Your Hand“ und „All My Loving“ geht es über erste Fernsehauftritte und das Konzert im Shea Stadium bis in die späten 60er mit Auftritten in grellen Hippie-Kostümen, jede Phase der Karriere der vier wird abgebildet. Und wer eine Beatles-Show macht, der hat das Glück, dass ihm die Hits nicht ausgehen - Hits in schier nicht endender Folge. Anders als ein klassisches Konzert folgt die Show nicht einer Dramaturgie, sondern der Entstehungszeit der einzelnen Alben. In den Umbauphasen sind auf zwei Monitoren, die an Fernseher aus den 60ern erinnern, mal alte Werbeclips, mal Bilder aus Vietnam und der Hippie-Ära zu sehen - sie erinnern an all das, was die Musik der Beatles beeinflusste.

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Es ist kein Musical, was „Let It Be“ auf die Bühne bringt. Es gibt keine Rahmenhandlung. Das ist manchen Zuschauern zu wenig, doch wer das Queen-Musical „We will rock you“ kennt, der ist dankbar dafür, dass er sich durch keine peinlich konstruierte Geschichte quälen muss, die nur dazu da ist, zum nächsten Hit überzuleiten.

Die Musik der Beatles braucht das auch nicht, sie steht für sich. Der Sound, das Bühnenbild, die Musiker - alles ist dem Original nachempfunden. Und auf den Monitoren rechts und links werden die vier auf der Bühne parallel in grobkörnig abgefilmtem Schwarz-Weiß gezeigt. Das wirkt so täuschend echt, dass man sich für einen Moment fragt, ob es Aufnahmen der echten Beatles sind. Sogar die Ansagen zwischen den Songs lehnen die Musiker an das an, was Lennon oder McCartney bei den entsprechenden Auftritten zu sagen pflegten, auch wenn es mitunter arg auswendig gelernt klingt. Aber hier wird alles getan für die perfekte Illusion. Und doch bleibt es eben immer eine Illusion. Es stehen nicht die echten Fab Four auf der Bühne, und der Musical Dome ist weder ein Club noch ein Studio oder ein großes Stadion.

Beatlemania nur zu erahnen

Wer das Pech hat, zu spät geboren zu sein, um die Beatles live gesehen zu haben, muss mit der Lücke in seinem Fan-Dasein leben. Denn sosehr wir es uns auch wünschen - der Zauber des Augenblicks, er lässt sich nicht transportieren. Wie es war damals, als die vier englischen Jungs eine Hysterie auslösten - man kann es nur erahnen, nicht erleben. Besonders deutlich wird das am Schluss, wenn nicht mehr kreischende Teenager aus den 60ern auf den Monitoren zu sehen sind, sondern ältere Damen und Herren mit weißen Haaren - das Kölner Publikum halt -, die zum großen Finale „Let It Be“ und „Hey Jude“ mitsingen. Und doch: Die Erinnerungen an das, was sie mit dieser Musik erlebt haben, bringt sie zum Lächeln.

„Let It Be„ ist noch bis Sonntag im Musical Dome zu Gast. Donnerstag und Freitag um 20 Uhr, Samstag um 15 und 20 Uhr, Sonntag um 15 und 19 Uhr. www.bb-promotion.de

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