Wenn in der Nacht zum Montag im Superdome von New Orleans die Baltimore Ravens auf die San Francisco 49ers treffen, schaut halb Amerika zu.
Doch viele gucken den Super Bowl, das Endspiel um die US-Football-Meisterschaft, nicht aus sportlichen Gründen. Die Halbzeit-Show wird mit ebensoviel Spannung erwartet.
Vier Millionen Dollar je halbe Minute
Beim Madonna-Auftritt 2012 schalteten sogar drei Millionen Zuschauer mehr ein als beim Spiel. Dieses Jahr wird die Glamour-Pause von Beyoncé bestritten, man rechnet fest mit Gastauftritten ihrer vormaligen Destiny’s- Child-Kolleginnen und ihres Ehemanns Jay-Z. Noch mehr Aufmerksamkeit erfahren allerdings die für vier Millionen Dollar je halbe Minute vergebenen Werbespots. Der horrenden Kosten und der einmaligen Aufmerksamkeit halber versuchen sich die Unternehmen hier mit eigens gedrehten Filmen zu überbieten.
Volkswagen-Spot sorgt für Kontroverse
Hyundai und Audi präsentieren klassische „Der Nerd gewinnt“-Geschichten – in starkem Kontrast zu den Spielern auf dem Feld. Coca-Cola veranstaltet ein Wüstenrennen von Mad-Max-Bösewichten, Las-Vegas-Showgirls, Cowboys und arabischen Kriegern auf Kamelen – was dem Getränkekonzern eine Klage des Amerikanisch-Arabischen Anti-Diskriminations-Komitees einbrachte.
Für die ungleich größere Kontroverse im Vorfeld sorgte indes Volkswagen, die ein weißes Landei aus Minnesota in tristem Büroumfeld für gute Laune sorgen lassen – mit jamaikanischem Patois-Akzent. Einige Kritiker verdammten den Spot schon als Hörversion einer Minstrel-Show, aber die jamaikanische Regierung nickte den Werbefilm ab. Es gäbe auf der Karibik-insel weiße Minderheiten, die ebensolches Patois sprächen.
Etwas dümmlich ist der Spot dennoch. Letztes Jahr konnte Volkswagen mit einem kleinen, herzkranken Jungen im Darth-Vader-Kostüm punkten. 2013 reicht kein einziger Clip an diesen heran.



