27.09.2016
Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt

Bilderbücher: Von Tieren, Pflanzen und Jahreszeiten

Köln -

Anders Sein

Tief ins Unterholz will man sich wühlen, mit der wilden Heldin dieses Bilderbuchs von Emily Hughes. In die wunderbare Welt voller freundlicher Tiere und fabelhafter Pflanzen. Dann muss die im Wald aufgewachsene Protagonistin aber selber plötzlich raus aus ihrem Paradies – wird sie doch von ihren Artgenossen, den Menschen gefunden, und wer Mensch ist, kann schlecht im Wald leben. Die Wilde sieht das völlig anders – und lehrt ihre Entdecker eines Besseren. „Denn man kann nicht zähmen, was so wild und glücklich ist...“ – ein berührendes Buch übers Anderssein. (hah)

Ungezuckert

Hier ist mal wieder eins, ein Buch zum An-die-Wand-hängen. An die Erwachsenenwand wohlgemerkt. Kinderbuchheld Martin Baltscheit (Seite 43) und seine Frau, die Illustratorin Christine Schwarz, haben wieder zusammengearbeitet. Rausgekommen ist, wie immer, papierene Gänsehautgarantie. Gedichte sind es diesmal in „Gans für dich“, es geht um Liebe, Freundschaft, Lebensmut – doppelbödig ohne Zuckerguss. Deshalb lässt Baltscheit auch den Mistkäfer den „Love Song“ singen. „Ihm gilt mein Fleiß: Vergessenem Scheiß!“ Leihen Sie das Buch zwischendurch auch mal Ihren Kindern. (hah)

Kunst Überkopf

Hochwertiger Bilderbuchkunst hat sich der kleine Berliner Waldhuhn-Verlag verschrieben. Ein Buch wie „Carlin kopfüber“ beweist, wie gut das klappen kann. Ein echtes Kunstwerk im Bilderbuchregal, dabei aber witzig und kindgerecht. Das Künstlerduo Kirsten Hinkler und Marc Hartmann wird in seiner Geschichte nie überambitioniert. Mit dem Fledermauskind Carlin, dass sich mit allem ein bisschen mehr Zeit lässt – zum Beispiel mit dem Fliegen lernen – kann sich der ein oder andere Leser bestimmt identifizieren. Und auch damit, dass es am Ende doch meistens gut ist, einfach loszulegen. (hah)

Es spriesst

Dieses Buch ist geschrieben für genau diese Tage im März. Wenn man beinahe platzt vor lauter Sehnsucht nach Frühling. Jeden sprießenden Krokus willkommen heißt wie einen verschollenen Freund. So geht es auch dem kleinen Protagonisten in „Und dann ist Frühling!“. Brache Erde will er bestellen – und erlebt dann das lange, braun-schlammige, zähe Warten. Gezeichnet wurde das Buch von Erin E. Stead, der Text dazu stammt von Julie Fogliano – beides so zart wie ein Frühlingsbeet, aus dem es leise und vorsichtig zu sprießen beginnt. (hah)

Es passiert was

Ein Bilderbuch mit bewegten Bildern, mit zarter, witziger Musik hinter jedem Szenario, mit Hunden, die wie Luftballons spazierenfliegen und Enten, die Gitarre spielen – klingt wie Zauberei? Ist es auch. Allerdings ganz real. Zumindest, wenn man eine App hat, die QR-Codes lesen kann. Das neue Bilderbuch von Julia Neuhaus und Till Penzek kann das alles. Die fantasievollen, nahezu surrealen Bilder sind jeweils ergänzt um einen QR-Code – hinter dem sich ein dazu passender Trickfilm verbirgt. Sehr aufwendig wirkt das Ganze, viel Sorgfalt steckt dahinter. Die perfekte Ergänzung zum Kinderspielzeug namens Tablet. (hah)

Faules Tier

Das Faultier hat Schwein. Beziehungsweise Schlange. Schlafend hängt es am Ast, als Holzfäller kommen. Baum kippt, Stamm wird verladen – Faultier fährt weg. Doch der Freund, die Schlange eben, hat alles im Blick und fährt mit. Und regelt alles so, dass das Buch des französischen Autors Ronan Basel happy endet. Die Geschichte über Freundschaft kommt ohne Worte aus – die Bilder sprechen für sich. Witzig: Um das gleiche Thema geht es auch im neuen Buch von Oliver Scherz bei Beltz: „Als das Faultier mit seinem Baum verschwand“. Neues Trendtier! (hah)