30.07.2016
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Charles Durning: Ein normaler Typ in Hollywood

Charles Durning ist tot

Charles Durning ist tot

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rtr

Köln -

Als Nebendarsteller im Schatten der Stars zu stehen und es trotzdem zum Charakterdarsteller zu bringen – dieses Kunststück ist Charles Durning gelungen. Sein Name sorgt vielleicht nicht gerade für Aha-Effekte, und dennoch kennt man sein Gesicht, denn aus dem amerikanischen Kino der vergangenen Jahrzehnte war Durning nicht wegzudenken.

Er war der schwergewichtige Verehrer von Dustin Hoffman als „Tootsie“, der bestechliche Polizei-Inspektor in „Der Clou“ mit Paul Newman und Robert Redford, und er spielte den Pappy O’Daniel in „O Brother, Where Art Thou?“ von den Coen-Brüdern. Die Lorbeeren für diesen Film mochte George Clooney geerntet haben, Durning aber verlieh ihm seine Bodenhaftung.

Mit grauem Haar und beachtlicher Leibesfülle war er im eitlen Hollywood-Betrieb eine Art Normaltyp, und dass er zwar zweimal für den Oscar und neunmal für den Emmy nominiert war, aber nicht einmal gewann, fügte sich irgendwie in seine auffällige Unauffälligkeit. Durning wurde 1923 in Highland Falls im Staate New York geboren.

Der Sohn eines Offiziers nahm als Soldat im Zweiten Weltkrieg in exponierter Position am „D-Day“, dem alliierten Angriff auf die Westfront, teil. Nach dem Krieg nahm er Jobs als Metallarbeiter, Fahrstuhlführer und Kellner an und dachte zunächst nicht an die Schauspielerei, zu der er schließlich Ende der 50er Jahre durch Shakespeare-Rollen auf dem Theater fand. An Heiligabend ist Durning im Alter von 89 Jahren in New York gestorben.