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Didacta: Europas größte Bildungsmesse gestartet

Rund 800 Aussteller aus 15 Ländern bieten auf der didacta in Köln alles rund um das Thema Bildung. Foto: michael bause
Am Dienstag ist mit der Didacta Europas größte Bildungsmesse in den Kölner Messehallen gestartet. Als Schwerpunkt widmet sich die Schau in diesem Jahr dem digitalen Lernen. Nordrhein-Westfalens Schulministerin Sylvia Löhrman eröffnete die Veranstaltung.
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Köln. 

Experten verlangen mehr Gerechtigkeit im deutschen Bildungssystem - unabhängig von sozialer Herkunft und vom Geldbeutel der Eltern.

Weiterhin kommen vor allem Schüler aus bildungsfernen Schichten oder mit Migrationshintergrund zu kurz, aber auch überproportional viele Jungen, wie Bildungsforscher Wassilios Fthenakis zur Eröffnung der weltgrößten Bildungsmesse Didacta am Dienstag in Köln unterstrich. Nur 20 Prozent der jungen Erwachsenen erreichten einen höheren Abschluss als ihre Eltern - international seien es 37 Prozent in den entwickelten Ländern.

Sitzenbleiben früher gegensteuern

Fthenakis, Präsident des Bildungsverbands Didacta, verlangte für mehr Fairness einen einheitlichen nationalen Bildungsplan, der die unterschiedlichen Pläne in den 16 Bundesländern ersetzen solle. Bildung „made in Germany“ sei ein Qualitätssiegel, es gebe aber viele Makel: Die Förderung der individuellen Stärken reiche nicht aus; die reine Wissensvermittlung werde überbewertet. Statt das wichtige Lernen mit digitalen Mitteln zu stärken, würden die Lernmitteletats der Schulen gekürzt.

Podiumsdiskussion auf der Didacta

Die Bildungsmesse Didacta startet an diesem Dienstag in Köln. Am Mittwoch, 20.02., von 12.30 bis 13.45 Uhr diskutieren Klaus Kinkel und Professor Erich Thies (ehemaliger Generalsekretär der Kultusministerkonferenz) im Rahmen des „Forums Bildung“ mit Kerstin Meier („Kölner Stadt-Anzeiger“) über das Thema: „Föderalismus: Bremse oder Motor der Schulpolitik?“


Klaus Kinkel (FDP), 76, ist Vorsitzender der Deutschen Telekom Stiftung und war von 1991 bis 1992 Bundesjustizminister und anschließend bis 1998 Außenminister. (mm)

Zur Debatte um ein Abschaffen des Sitzenbleibens sagte der Verbandschef, um Schülern ein Wiederholen zu ersparen, müsse früher gegengesteuert werden: „Dem Sitzenbleiben geht ein langanhaltender Prozess voraus.“ Nordrhein-Westfalens Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) hatte die Wiederholung von Schuljahren erst am Sontag als eine „Verschwendung der Lebenszeit“ bezeichnet. Zur Eröffnung der Didacta sagte sie, ein Drittel des Nachwuchses sei Verlierer des Bildungssystems.

Die Wandermesse mit 840 Ausstellern aus 23 Ländern sollte eigentlich von CDU-Politikerin Annette Schavan eröffnet werden, die aber wegen der Plagiatsaffäre als Bundesbildungsministerin zurückgetreten ist.

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Plagiate im Klassenzimmer spielen eine große Rolle bei der Didacta mit insgesamt 1600 Seminaren und Kongressen für Pädagogen. Im Mittelpunkt vieler Anbieter steht das digitale Lernen: Verlage präsentieren digitale Unterrichtsassistenten für Lehrer - oder Schulbücher, die interaktive Übungen sowie Video- und Audiomaterial enthalten. Als Neuheit präsentiert wird ein Tisch mit komplett berührungsempfindlicher Oberfläche für die Gruppenarbeit in Schulen. Auch interaktive Tafeln sind zu sehen.

Löhrmann warb zu Beginn der fünftägigen Veranstaltung für die rechtlich verpflichtende Inklusion - das gemeinsame Lernen von behinderten und nichtbehinderten Kindern an allgemeinbildenden Schulen. „Inklusion ist die Vollendung der individuellen Förderung.“ Davon profitierten auch Schüler ohne speziellen Förderbedarf. Es gebe viele Ängste und Vorbehalte gegen das inklusive Lernen.

Schavan-Nachfolgerin Johanna Wanka (CDU) kam nicht nach Köln, weil sie laut Ministerium erstmals an einer Kabinettssitzung in Berlin teilnahm. Die Messe rund um Kindergärten, Schulen, Hochschulen, Aus- und Weiterbildung hatte zuletzt 2012 in Hannover stattgefunden. (dpa)

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