24.08.2016
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Fälscherskandal: Spies zu Schadensersatz verurteilt

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Der Kunsthistoriker Werner Spies

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Stefan Worring

Mit Verspätung hat der Skandal um die von Wolfgang Beltracchi gefälschten und von seiner Bande in den Handel gebrachten Kunstwerke nun auch zu juristischen Konsequenzen für den Kunsthistoriker Werner Spies geführt. Ein Zivilgericht in Nanterre, Frankreich, verurteilte Spies in erster Instanz dazu, gemeinsam mit einem französischer Galeristen 652.883 Euro Schadensersatz an den Käufer des vermeintlich von Max Ernst stammenden Gemäldes "Tremblement de terre" zu zahlen.

Der deutsche Kunstexperte hatte dessen Echtheit bezeugt, der französische Galerist Jacques de La Béraudière hatte es 2004 mit Hilfe von Spies' Expertise dem jetzt in Nanterre erfolgreichen Sammler verkauft.

Bis zum Beltracchi-Skandal gehörte Werner Spies, der lange die prägende Figur am Max-Ernst-Museum in Brühl gewesen ist, sowohl in Deutschland wie auch in Frankreich zu den am höchsten angesehenen Kunsthistorikern; in allen Max Ernst betreffenden Fragen war er die oberste Instanz.

Sein Ruf hat auch deswegen gelitten, weil er indirekt von seinen fehlerhaften Expertisen profitierte. So erhielt Spies Provisionen von den Kunsthändlern, an die er die angeblichen Ernst-Gemälde vermittelte. Im Beltracchi-Prozess am Kölner Landgericht musste Spies nicht aussagen; Beltracchi wurde im Oktober 2011 zu sechs Jahren Haft verurteilt. (KoM)