25.07.2016
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Frank Überall : Kölner wird neuer Chef des Deutschen Journalisten-Verbandes

Der freie Journalist und neue Chef des Deutschen Journalisten-Verbands Frank Überall (r) und Alexander Fritsch, Vorsitzender des Journalistenverbandes Berlin-Brandenburg.

Der freie Journalist und neue Chef des Deutschen Journalisten-Verbands Frank Überall (r) und Alexander Fritsch, Vorsitzender des Journalistenverbandes Berlin-Brandenburg.

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dpa

Köln -

Mit einiger Verspätung ist der Kölner Journalist Frank Überall am Montagnachmittag zum neuen Vorsitzenden des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV) gewählt worden. Vorangegangen war eine Panne bei der geplanten Wahl mit digitalen Geräten, die dazu führte, dass Stimmzettel gedruckt und auf altmodische Art und Weise gewählt werden musste.

Der 44 Jahre alte Überall setzte sich schließlich bei der Abstimmung mit 130 zu 118 Stimmen gegen den Konkurrenten Alexander Fritsch durch. Überall ist als Professor an einer Medienhochschule aktiv und als freier Journalist tätig, vor allem für den WDR und bei der ARD.

Zwei Gegenkandidaten hatten das Nachsehen. Beworben hatte sich zunächst auch Alexander Fritsch. Der Vorsitzende des Journalistenverbandes Berlin-Brandenburg ist seit 2005 Chef vom Dienst bei der Deutschen Welle. Er bekam 118 Stimmen. Am Sonntag hatte auch noch Hans Werner Conen, früherer Vorsitzender des DJV Berlin-Brandenburg, seine Kandidatur überraschend bekanntgegeben. Er erhielt keine Stimme. Überall übernimmt in den kommenden zwei Jahren die Nachfolge von Michael Konken. Der 62-Jährige sucht nach zwölf Jahren im Amt als Vorsitzender und fünfmaliger Wiederwahl eine neue Herausforderung.

Wahl um Stunden verzögert

Die Wahl des neuen Bundesvorsitzenden verzögerte sich aufgrund der Technik-Panne um Stunden. Die Abstimmung mit digitalen Wahlgeräten misslang wiederholt und löste damit großen Unmut aus. „Es war alles getestet worden“, wunderte sich DJV-Sprecher Hendrik Zörner. Die Delegierten mussten schriftlich auf Wahlzetteln abstimmen.

Die DJV-Delegierten beschlossen die Fuldaer Erklärung und forderten eine Verbesserung der sozialen Situation der Medienschaffenden. Zudem wurde eine Resolution gegen Tarifflucht verabschiedet.

Der DJV-Verbandstag verabschiedete eine Erklärung, die sich gegen Angriffe auf Journalisten durch Rechtsextremisten und Pegida-Demonstranten wendet. In dem Papier heißt es: „Der DJV-Verbandstag verlangt, dass Politik, Sicherheitskräfte und Justiz für den notwendigen Schutz der Medienvertreter sorgen und insbesondere strafrechtlich relevante Angriffe mit der gebotenen Schärfe verfolgen.“