Kultur
Nachrichten und Berichte über Musik, Schauspiel, Literatur, Film und Kunst

Vorlesen
0 Kommentare

Funkhaus Europa Summerstage: Südhalbkugelige Gefühle im Tanzbrunnen

Erstellt
Die Afro-Fusion-Band Mokoomba. Foto: Christoph Hennes
Das Wetter passte erst nicht so ganz zur Musik, doch kaum waren ein paar afrikanische Melodien gespielt, zeigte sich bei der 13. Funkhaus Europa Summerstage tatsächlich die Sonne. Im Kölner Tanzbrunnen kam Urlaubsstimmung auf.  Von
Drucken per Mail
Köln

Dichte Wolkendecken, steife Brisen. Über Köln tobte am Samstag der Zweitherbst. Da war es gar nicht so einfach, südhalbkugelige Gefühle zu entwickeln, zur 13. Funkhaus Europa Summerstage im Tanzbrunnen. 

Der sengalesische Lëk Sèn hatte zum Auftakt noch seine liebe Mühe, die wenigen wetterfesten Zuschauern mit seiner afrikanisierten Version von jamaikanischem Conscious-Reggae zu erwärmen. Doch dann strömte es doch noch herein, das multiethnische Köln, Jack-Wolfskin-Jacken wechselten sich mit Batik-Röcken ab - und auf Mokoomba, die spritzige Afro-Fusion-Band aus Simbabwe, konnten sich alle einigen. Die Combo von den Viktoriafällen wechselte mühelos zwischen Afrobeat und Dancehall, zwischen Chorgesang und Salsa-Stücken, präsentierte sich ebenso vielstimmig wie ihr Sänger Mathias Muzaza, technisch und tänzerisch auf derart hohem Niveau, dass ihre wilde Mischung nie beliebig wirkte. 

Zum Auftritt von Akua Naru brach dann endlich die Sonne durch. Nicht, dass die Rapperin aus New Haven, Connecticut, bei Hagelschauer oder Blitzeis weniger überzeugt hätte. Naru transportierte ihr Publikum mit großem Ensemble in die goldene Ära des HipHop zurück, sprich: die frühen 90er. Allerdings flossen ihre Reime viel zu kräftig und dringlich ins Mikrofon, als  dass einem das unschöne Wort "retro" in den Sinn gekommen wäre. Ein Stück das sie an diesem Abend zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorstellte, überredete endgültig jeden im Publikum zum Tanzen, wild hüpfend, glücklich gestikulierend, als Paar oder sich unter einer improvisierten Limbostange beugend. Ein fantastisches Konzert, Akua Naru scheint wirklich den Faden wieder aufzunehmen, den Lauryn Hill einst fallen gelassen hat. Und dieses Riesentalent wohnt mitten unter uns, in Köln! 

Zum krönenden Abschluss ging es nach Kolumbien, Totó La Momposina, 72-jährige Bewahrerin des afrokolumbianischen Erbes, gilt in ihrer südamerikanischen Heimat als Volksheldin. Ihre Band vereint E-Bass und -Gitarre mit traditionellen Kaktusflöten, vor allem aber mit komplexen Trommelrhythmen, deren afrikanischem Erbe man bis zu heutigen Dubstep-Produktionen nachspüren kann. Die größte Schau war freilich die Momposina selbst. In lilaroter Bonbonverkleidung, mit einer Minnie-Mouse-Schleife im Haar, fegte sie über die Bühne, ihrem Alter und der Kölner Witterung mit unbändiger Energie trotzend.

Auch interessant
lit.Cologne
Literatur

Hintergründe, Interviews und Rezensionen zur 14. lit.Cologne.

KulturSonntag Anmeldeformular
Ihre Veranstaltung eintragen
Kultursonntag_schauspielhaus

Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ veranstaltet am 18. Mai 2014 den KulturSonntag. Kunst- und Kulturschaffende ihre Veranstaltung eintragen, mit der sie am KulturSonntag teilnehmen wollen. Hier geht's zum Anmeldeformular.

TV-Programm
Kino oder Film suchen
Suchen
Kinofilm, Schauspieler oder Regie
Kino, PLZ oder Ort

Kinoprogramm

Alle Neustarts diese Woche: Alle Filme von heute:
Videos
Alle Filmkritiken auf einen Blick
FACEBOOK
Kleinanzeigen
ipad
Tablet-Ausgabe

Jetzt noch lokaler und umfangreicher: Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ für das Tablet lädt zur Erlebnisreise durch die Themen des Tages ein. Jetzt 20 Tage lang gratis testen!

Anzeige

Mercedes-Benz Niederlassung Köln Leverkusen informiert über neue Modelle und Serviceangebote.