29.08.2016
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Kölner Stadt-Anzeiger | Interview mit Tobias Licht: „Zwischen Action und Humor“
26. December 2012
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Interview mit Tobias Licht: „Zwischen Action und Humor“

Tobias Licht und Sonja Kirchberger.

Tobias Licht und Sonja Kirchberger.

Foto:

RTL

Herr Licht, was haben Sie gedacht, als Ihnen die Rolle eines Polizisten namens Tom Hammer in dem Film „Der Ballermann – Ein Bulle auf Mallorca“ angeboten wurde?

Tobias Licht: Na ja, der Arbeitstitel war ja ein anderer (lacht). Aber man darf so einem Titel nicht so viel Bedeutung beimessen. Wir nehmen uns mit dem Film nicht allzu ernst und versuchen, das Ganze mit einem Augenzwinkern zu sehen. Ich beschäftige mich mit dem Drehbuch und dem Plot, alles andere entscheiden andere. Und das Projekt hat mich interessiert.

Warum?

Licht: Weil ich finde, dass es eine schöne Möglichkeit war, das Körperliche in einem schönen Umfeld – wer will nicht auf Mallorca drehen? – mit einer Komödie zu verbinden. Eine solche Action-Comedy ist ein relativ neues Genre, das fand ich spannend.

Was gefällt Ihnen an der Figur Tom Hammer?

Licht: Es gibt ein paar Szenen, in denen er ein kleiner Dampfplauderer ist und versucht, die Leute mürbe zu reden. Das ist ein bisschen das, was auch Axel Foley in „Beverly Hills Cop“gemacht hat. Das kann man mögen oder nicht, aber ich fand es interessant, den Spagat zwischen Action und Humor zu schaffen.

Produziert wurde der Film von Action Concept. Die Firma macht zum Beispiel auch „Alarm für Cobra 11“.

Licht: Die Art Filme, die Action Concept macht, sind ein Alleinstellungsmerkmal. Was Action angeht, besonders, wenn es heftiger zugeht, sind sie Profis. Wenn das jemand in Deutschland kann, dann die.

Was sagen Sie zu dem Vorwurf „gute Bilder, krude Story“, der solchen Formaten häufig gemacht wird?

Licht: Dieser Film wird bestimmt polarisieren, genau wie ja auch schon der Titel. Aber es muss nicht jedem gefallen. Und für die, die einschalten, ist bestimmt etwas Interessantes dabei.

Ärgern Sie sich über schlechte Kritiken?

Licht: Natürlich. Wenn ich einen Film drehe und mein Herzblut da hineinstecke und danach wird dann negativ darüber geurteilt, dann fühlt sich das nicht gut an. Wenn man sich jedoch vergleichbare amerikanische Produktionen anguckt, haben die auch häufig mit viel Gegenwind leben müssen. Aber natürlich kratzt mich das. Ich bin ja nicht aus Stahl!

Tun sich solche Filme in Deutschland besonders schwer?

Licht: Das ist ein ganz großes Thema. Wir machen kein amerikanisches Fernsehen, aber in der Richtung Unterhaltungsfernsehen Neues auszuprobieren und zu schauen, was den Leuten gefällt, das ist in Deutschland schwierig. Die Zuschauer wollen auch hier so etwas sehen, aber bisher war das eine Domäne der Amerikaner. Man sollte dennoch nicht aufhören, Neues zu wagen.

Wo sehen Sie sich denn selbst als Schauspieler?

Licht: Wir leben in Zeiten, in denen man sich die Rollen nicht immer aussuchen kann. Und deswegen freue ich mich, wenn es vielseitig bleibt. Die Sachen, die ich bisher gemacht habe, waren immer sehr unterschiedlich. Darüber bin ich glücklich. Im Sommer habe ich etwa „Im weißen Rössl“ gedreht, eine ganz andere Nummer. Ich bin froh, wenn die Leute mich nicht festlegen auf irgendwas, und ich lege mich auch selbst nicht gerne fest.

Es gibt also kein Lieblingsgenre?

Licht: Natürlich träumt jeder vom großen, tiefgründigen Kinofilm, aber das ist nur wenigen Schauspielern vergönnt. Ich bin froh, wenn ich als Schauspieler arbeiten kann. Ich drehe regelmäßig und habe viel zu tun, das kann nicht jeder von sich behaupten.

Mussten Sie nie Rollen annehmen, weil Sie das Geld brauchten?

Licht: Ich habe bisher zum Glück nie aus einer Notsituation einen Film gedreht. Ich habe immer alles aus bestem Wissen und Gewissen gemacht, auch wenn es vielleicht nicht immer nur für die Elite gedacht war. Da konnte man immer was rausholen. Aber es gibt natürlich wahnsinnig viele Schauspieler, und der Markt wird immer kleiner. Da muss man sich behaupten.

Sie kommen aus Köln, leben aber in Berlin. Ist Köln für Schauspieler nicht mehr so interessant?

Licht: Die Zeiten haben sich extrem geändert. So viel wird in Köln gar nicht mehr gedreht. Aber ich habe Berlin auch wegen des Privatlebens gewählt. Es ist einfach bunter und spannender als Köln.