29.09.2016
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Jazzlegende: Dave Brubeck ist tot

Dave Brubeck ist tot. Der legendäre Jazzmusiker wurde 91 Jahre alt.

Dave Brubeck ist tot. Der legendäre Jazzmusiker wurde 91 Jahre alt.

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dapd

Washington/New York -

Wenn es eine Ikone des stilvollen, nicht allein musikalisch, sondern auch modisch auf der Höhe der Zeit befindlichen Jazz-Pianisten gibt, dann war dieses Inbild des eleganten Zeremonienmeisters Dave Brubeck. 1920 im kalifornischen Concord geboren, richtete sich seine künstlerische Ambition nicht lange auf die Countrymusik.

Seiner mangelnden Fähigkeit, vom Blatt spielen zu können, seinen Wissenslücken in Harmonielehre und Kontrapunkt, die ihn beinahe die College-Karriere kosteten, setzte er das Studium Arnold Schönbergs entgegen. Dann kam der Zweite Weltkrieg, in dem Brubeck unter General Patton in den Ardennen kämpfte.

Sein Weg zu einem Star des Modern Jazz führte ihn nach dem Krieg wieder zum Studium zurück. Er gründete seine erste Band, „The Jazz Workshop Ensemble“, kurz darauf das erste der legendären „Dave Brubeck Quartette“, und wenn sich Clubbesitzer weigern wollten, den afroamerikanischen Bassisten Eugene Wright auf die Bühne zu lassen, sagte der Chef den Auftritt einfach ab.

Rhythmische Komplexität, europäische Einflüsse wie mitunter volksliedhafte Eingängigkeit, dann wieder Ausflüge in die Avantgarde – all das machte Brubecks Musik aus. Zum Ohrwurm vereinigte sich die vielfältigen Einflüsse in dem unvergleichlich zwischen Schlichtheit und Raffinesse pendelnden „Take Five“, das Paul Desmond Brubeck schrieb. Einen Tag vor seinem 92. Geburtstag am Donnerstag ist Dave Brubeck gestorben.