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Jennifer Lawrence: Naturmädchen und Diva

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Spielte Katniss Everdeen in "die Tribute von Panem". Foto: dapd
Prämiert und begehrt: Dass Jennifer Lawrence nicht nur attraktiv, sondern mit irritierend vielen Facetten ein Silberstreifen am Horizont einer neuen Darstellergeneration ist, beweist die Schauspielerin gerade in „Silver Linings“. Ein Porträt.  Von
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Sie war „das Mädchen, das in Flammen stand“. In der ersten Verfilmung von „Die Tribute von Panem“ thront Jennifer Lawrence als Katniss Everdeen auf einem Streitwagen, während an ihrem schwarzen Overall ein synthetisches Feuer züngelt und ein Raunen durch die Arena geht.

Beim Smalltalk mit dem Moderator der gigantischen Show gibt diese Katniss aus politischen Gründen das zuckersüße Girlie, aber die Schauspielerin schafft es, gleichzeitig nonverbal deren wahre Meinung über das perverse Brot-und-Spiele-Spektakel auszudrücken. Eine Szene, die begeistert, weil die Scheinwerfer im doppelten Sinne einen kommenden Star anstrahlen – und irritiert, weil sich diese forsche junge Frau einfachen Zuschreibungen entzieht. Glamour oder Können? Mainstream oder Arthouse? Naturmädchen oder Diva? Bei ihr scheint nichts unmöglich.

In der Kinoadaption des Jugendbestsellers hat die Hauptfigur einen Stylisten, der ihr mit raffinierten Outfits und Rhetorik-Tipps Aufmerksamkeit verschafft. Im realen Leben weiß Jennifer Lawrence selbst, wie sie sich wirkungsvoll in Szene setzt und ihre Karriere vorantreibt. Im August 1990 in Louisville/Kentucky als Tochter von Geschäftsleuten geboren, überzeugte sie die Eltern schon als 14-Jährige, nach New York umzuziehen – der Kontakte zum Showbiz wegen.

Am Modeln nicht interessiert

Mit Filmpartner Bradley Cooper: Jennifer Lawrence.
Mit Filmpartner Bradley Cooper: Jennifer Lawrence.
Foto: dapd

Schnell wurde das hübsche Mädchen von einem Fotografen entdeckt, aber, da das Modeln sie nicht interessierte, an einen Agenten weitergereicht. Mit 16 gab es eine erste kleine TV-Rolle, Parts in Serien wie „Monk“, „Cold Case“ und „Medium“ folgten. 2008 schlüpfte sie in dem Drama „Auf brennender Erde“ neben Kim Basinger in die Rolle der jungen Charlize Theron und erhielt dafür bei den Filmfestspielen von Venedig einen Preis als beste Nachwuchsdarstellerin.

Mit zunehmender Bekanntheit taucht Jennifer Lawrence seitdem auf zweierlei Listen auf: als Nominierte oder Prämierte bei Filmpreisen und auf Rankings mit den begehrenswertesten weiblichen Promis. Das Talent in Selbst-Marketing spielt mit dem sexy Image. Mal mit naturblonder, mal mit dunkel gefärbter Mähne, mit blauen Katzenaugen und glänzendem Schmollmund bringt sie auf roten Teppichen die Fotografen in Aufruhr; ihr Badeanzug-Shooting für das Männermagazin „Esquire“ ließ das Internet glühen. „Hot“ ist eines der ersten Stichworte, das man im Zusammenhang mit ihrem Namen ergoogelt.

Noch davor erscheint „Gewicht“, denn mit den markanten Wangenknochen und dem gesund proportionierten Körper wirkt Lawrence nicht so ausgezehrt wie viele Kolleginnen. Lieber treibe sie Sport, als Diät zu halten. Hungrig könne man nun mal nicht arbeiten, betont das neue Werbegesicht von „Miss Dior“ gerne.

Uneitel und strategisch klug ging sie mit ungewaschenen Haaren und ohne Make-up zum Vorsprechen für das Indie-Drama „Winter’s Bone“ (2010). Die Rolle der Tochter, die in ärmlichen Verhältnissen die kranke Mutter und die kleinen Geschwister versorgen muss und sich durch nichts bei der konfliktreichen Suche nach ihrem Vater beirren lässt, war der Durchbruch. So eindringlich – mit dieser faszinierenden Mischung aus Kraft und frühreifer Weisheit – spielte die knapp 20-Jährige, dass sie als beste Darstellerin für den Oscar nominiert wurde.

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Der Weg zur Katniss Everdeen war damit geebnet; auch diese Heldin muss in jungen Jahren erwachsen agieren und kämpft ohne Rücksicht auf Angst und Schmerz. Als bogenschießende und rebellische Amazone gefällt Jennifer Lawrence männlichen und weiblichen Zuschauern und ist Mädchen eine starke Identifikationsfigur. Die toughe „Panem“-Heroine schrieb Filmgeschichte, weil es unter den 200 größten Kassenhits aller Zeiten noch keinen mit einer Frau als Action-Star gab. Der erste Teil der Trilogie spielte 2012 weltweit über 670 Millionen Dollar ein; die Fortsetzung „Gefährliche Liebe“ wird gerade produziert und kommt im November in die Kinos.

Ihre verführerische Seite ist als Mutantin Raven in den Prequels der „X-Men“-Reihe gefragt (Teil 2 wird 2013 gedreht), aber auch in „House at the End of the Street (vom 17. Januar an) ist die Kamera in sie verliebt. Bereicherte Lawrence den durchschnittlichen Mystery-Thriller nicht mit unwiderstehlichem Charisma – er fände schwerlich einen Weg ins Kino.

Irritierend viele Facetten

Dass sie nicht nur attraktiv, sondern mit irritierend vielen Facetten ein Silberstreifen am Horizont einer neuen Darstellergeneration ist, beweist Jennifer Lawrence gerade wieder in „Silver Linings“. Die Rolle der angeschlagenen, aber selbstbewussten jungen Witwe könnte ihr Mitte Januar einen Golden Globe und eine Nominierung für die Academy Awards bescheren.

Mit Filmpartner Bradley Cooper und der dänischen Oscar-Regisseurin Susanne Bier hat sie jüngst das 20er-Jahre-Thrillerdrama „Serena“ abgedreht – in einer Hauptrolle, die ursprünglich für Angelina Jolie vorgesehen war.

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