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Kölner E-Werk: OMD versetzt das Publikum in Hypnose

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Seit 2007 tourt McCluskey wieder mit OMD in der Originalbesetzung mit Paul Humphreys. Foto: Neumann
OMD boten im Kölner E-Werk eine stimmige Mischung aus alten und neuen Songs: Beinharte Synthesizersounds knallten zu einer hypnotischen Melodie in den Konzertsaal. Die tosende Menge vor der Bühne wünschte sich, noch einmal 20 zu sein.  Von
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Köln

„Please remain seated and wait for further instructions“, hallt es plötzlich durch das am Montagabend gut gefüllte, aber längst nicht ausverkaufte E-Werk. Doch da sitzt natürlich niemand, und weitere Anweisungen sind auch nicht gefragt. Denn es ist klar, wohin die Reise geht: Beinharte Synthesizersounds knallen zu einer hypnotischen Melodie in den Konzertsaal, dazu propagieren Orchestral Manoeuvres in the Dark – kurz: „OMD“ – das moderne Leben im visionären „Metroland“, jener künstlichen Siedlung im nordwestlichen London, erschaffen  in den 1920er Jahren. Mit jenem Song haben sich Sänger und Bassist Andy McCluskey, Paul Humphreys (Keyboards, Gesang), Malcolm Holmes (Schlagzeug) und Martin Cooper (Keyboards, Saxofon) vor wenigen Wochen zurückgemeldet. „English Electric“ heißt das Album dazu. Die erwartete Zukunft sei storniert worden, so die Botschaft.

Zwei Alben, eben „English Electric“ und „History of Modern“ (2010), hat die in Liverpool gegründete Band in den sechs Jahren nach ihrer Wiedervereinigung veröffentlicht, extrem poppig und tanzbar das eine, experimentell und voller elektronischer Klangkollagen das andere. An diesem Abend indes vereinen sich samtig-seichte Klassiker wie „If you leave“, „Locomotion“ und das zuckersüße, von Humphreys (53) gesungene „(Forever) Live and die“ mit neuen Stücken wie „Night café“ oder „Our system“ zu einem perfekten Set. Darunter ist auch das kühle „Kissing the machine“, bereits 1993 geschrieben für das Projekt „Elektric Music“ des früheren Kraftwerkers Karl Bartos, nun untermalt mit deutschen Sprachfetzen von Claudia Brücken, Sängerin von Propaganda und Ehefrau von Paul Humphreys.

Die Menge vor der Bühne ist in ständiger Bewegung, man schwenkt die Arme, klatscht im Takt und wünscht sich, noch einmal 20 zu sein. Oder wenigstens so jung wie Neon und Swan aus St. Leonards on Sea auf dem Podium: Als Duo „Vile Electrodes“ geben die beiden Musiker die Vorgruppe und spielen famose Songs mit unverhohlenen Reminiszenzen an die frühen Depeche Mode, an die schlichten Sounds und betörend simplen Songstrukturen eines Vince Clarke (heute Erasure). Und endlich verausgabt sich dort oben der 54-jährige McCluskey bei skurrilen Tanzeinlagen – gerade so, als sei die Zeit niemals vergangen.

Doch sie ist es, und OMD haben sich tatsächlich noch einmal weiterentwickelt. Mit der aktuellen Single „Dresden“ etwa widmet sich die Band erneut einem historischen heiklen Thema, sie macht schwierigen Stoff zu tanzbarem Material, wie einst schon geschehen bei „Enola Gay“. Jenen Klassiker gibt es zum Abschluss des Konzertes, bevor sich das Quartett mit nur zwei Zugaben, „Secret“ und der allerersten Single „Electricity“ von 1978, verabschiedet. Nichts ist gestrichen, nichts storniert, alles ist wie erwartet im musikalischen Metroland. Nur eben sehr viel besser.

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