28.09.2016
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Komödie: Hahnenkampf im Bauturm

Drei Egos, drei Meinungen, drei Streithähne im Bauturm

Drei Egos, drei Meinungen, drei Streithähne im Bauturm

Foto:

Voigtlaender

Köln -

Drei Männer warten auf ihren Auftritt in einer Diskussionsrunde. Thema: Die Darstellbarkeit Hitlers. Schauspiel-Legende Prächtel (Bauturm-Intendant Gerhardt Haag) verkörperte ihn – in deutlicher Anspielung auf Bruno Ganz – realitätsgetreu und studierte bei der Rollenvorbereitung Parkinsonkranke. Soest (Kai Hufnagel) legt wiederholt Wert darauf, Hitler „nie als Menschen“ dargestellt zu haben. „Ja wie denn dann?“, insistiert der junge Lerch (Philip Schlomm), der bisher bloß Goebbels spielte, und bekommt nie eine Antwort.

Egos prallen aufeinander

In Theresia Walsers Komödie „Ein bisschen Ruhe vor dem Sturm“ prallen nicht nur Egos und konträre Positionen aufeinander; hier geraten die Konzepte des konventionellen werktreuen Naturalismus und jenes gescholtenen Regietheaters, in dem man „nackt und auf Knien mit den Zähnen Seiten aus dem Koran herausreißt“, in einen Grundsatzstreit.

In Friedhelm Roth-Langes Inszenierung am Theater im Bauturm ist das ein flott-unterhaltsamer Hahnenkampf, der in 75 Minuten eine wohlgesetzte Pointe an die andere reiht. Auf der Bühne braucht es dazu nicht mehr als ein paar Stühle, einen wackeligen Tisch und einen roten Vorhang mit gemaltem Ausblick im Hintergrund – die drei fabelhaft aufgelegten Schauspieler tragen den amüsanten Meta-Theater-Abend mit Souveränität, Charme und Witz. (jdü)

Weitere Aufführungen vom 21. bis 24. November um 20 Uhr. Weitere Termine im Dezember.