28.08.2016
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lit.Cologne-Tagebuch: Immer ein bisschen besser

Viele Prominente waren auf der lit.Cologne vertreten, so wie Schauspielerin Senta Berger.

Viele Prominente waren auf der lit.Cologne vertreten, so wie Schauspielerin Senta Berger.

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Stefan Worring

Das 13. Kapitel ist geschlossen. Am frühen Sonntagmorgen begann im Schokoladen-Museum das Abschieds-Ritual: Die Geschäftsführer der lit.Cologne, also die Herren Werner Köhler, Edmund Labonté und Rainer Osnowski, bedankten sich bei ihrem Team. Einer nach dem anderen wurde da vor den Augen von Mutter Beimer und Bürgermeisterin Spizig zu mitternächtlicher Stunde aufgerufen. Vorneweg war Regina Schilling an der Reihe, „die Königin“, wie es jetzt hieß. Seit Beginn der lit.Cologne mischt sie dem Programm Jahr für Jahr die literarischen Schwergewichte und literarischen Spezialitäten bei. Bald schon folgte Pressechefin Doro Zauner, die als „umtriebigste Frau“ im Lande gefeiert wurde, und am Ende stand eine eindrucksvolle Heerschar an Mitstreitern auf der Bühne des Dankes. Dann durfte Hans Nieswandt ran, „der DJ des Vertrauens“.

Zittern um Juli Zeh

Der hohe Grad der Erschöpfung war vielen anzusehen. Denn dieses Festival war nicht nur so umfangreich wie nie zuvor, sondern auch in einem nicht gekannten Maße von Absagen oder Umplanungen heimgesucht. Fast bis ganz zum Schluss. Noch am Freitagabend hatte man um Juli Zeh gezittert. Deren Zug rammte einen Eisblock. Nicht in Nordgrönland, sondern bei Hannover. Mit einer halben Stunde Verspätung erreichte die Autorin dann doch noch das Literaturschiff – das legte dann ab und sie los.
War es das schönste Festival bisher? Schwer zu sagen. Es spricht jedenfalls einiges dafür, dass es das vielfältigste war. Mit Literatur und Politik, mit Herta Müller, P.D. James, Amos Oz und all den anderen.

Jetzt können sich alle Beteiligten wieder entspannen. Auch die wackeren Wachmänner vor dem WDR-Sendesaal. „Hier wird nicht diskutiert!“ lautete die Antwort auf die Frage vieler Besucherinnen, warum Handtaschen nur im Miniformat zugelassen seien. Und die Aufforderung, dass Männer ihre Jacketts an der Garderobe abgeben sollten, wurde auch nicht recht begründet. Das sei doch in Ordnung: „Sie haben doch noch was drunter an!“ Und der Hinweis, dass der Wachmann selber ein Jackett trage, verfing auch nicht: „Das ist aber dünner als Ihres!“ Das ist das Schöne an einem etablierten Festival: Es kann immer noch ein bisschen besser werden. Und sei es der Umgangston des Wachpersonals beim WDR.

Nach dem Festival ist vor dem Festival. Die nächste lit.Cologne beginnt am 12. März 2014. Zuvor gibt es noch ein „Spezial“ im Herbst und im Juni startet die Novität: die phil.Cologne, die sich den großen Fragen des Lebens widmen wird. Das Motto also lautet: Weiter lesen. Übrigens auch auf dieser Seite, denn die bleibt auch jenseits der Festivals am Ball.