30.07.2016
Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt

Museum Ludwig: „Tilla Durieux“ verlässt Köln

Kokoscha Tilla Durieux

„Bildnis Tilla Durieux“ von Oskar Kokoscha. Die Limbach-Kommission hat der Stadt Köln empfohlen, das Gemälde an die Flechtheim-Erben zurückzugeben.

Foto:

stefan worring

Köln -

Noch in dieser Woche restituiert die Stadt Köln Oskar Kokoschkas „Porträt der Tilla Durieux“ von 1910 an die Erben des jüdischen Kunsthändlers Alfred Flechtheim (1878–1937). Ein Angebot des Museums Ludwig, das Gemälde zurückzukaufen, lehnte die Erbengemeinschaft ab.

Der Direktor des Museums Ludwig, Philipp Kaiser, äußert Verständnis für die Entscheidung: „Selbstverständlich respektieren wir den Willen der Erbengemeinschaft, auch wenn wir es sehr bedauern, uns von solch einem wichtigen Werk unserer Sammlung zu trennen. Schließlich gehört es seit der Gründung des Hauses zu unserer Dauerpräsentation.“

Das Gemälde, das der Kölner Sammler Josef Haubrich 1934 bei Flechtheims früherem Geschäftsführer und engem Mitarbeiter Alexander Vömel gekauft hatte, gelangte 1946 durch die Schenkung Haubrichs zunächst ins Wallraf-Richartz-Museum und 1976 dann ins Museum Ludwig. Seit 2008 beanspruchen die Erben des Galeristen und Kunstsammlers Flechtheim die Rückgabe.

Aus den vorliegenden Quellen lässt sich allerdings nicht zweifelsfrei erschließen, ob es sich um einen NS-bedingten Kriegsverlust handelt oder nicht. Wegen der unklaren Lage verständigten sich die Stadt Köln und die Anspruchsteller darauf, die Beratende Kommission für die Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogener Kulturgüter in Berlin anzurufen. Diese empfahl am 9. April die Rückgabe des Gemäldes, am 30. April beschloss der Rat der Stadt Köln einstimmig die Restitution. (ksta)