28.09.2016
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Neu im Kino: „Pain & Gain“: Weisheiten eines Fitnesstrainers

Mark Wahlberg (M.) als Fitnesstrainer Daniel Lugo.

Mark Wahlberg (M.) als Fitnesstrainer Daniel Lugo.

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dpa

Den menschlichen Körper sieht er als Tempel der Willenskraft und Leistungsbereitschaft. Wer seinen Leib nicht stählt, handelt in der Weltsicht des Daniel Lugo unpatriotisch. Man weiß nicht, ob man über die Weisheiten eines Fitnesstrainers, der aus dem Off räsoniert, während die Kamera über schwitzende Kunden einer Exklusiv-Muckibude fährt, amüsiert sein soll oder bestürzt. Bei dem Eingangsmonolog überwiegt das Lachen, später wird das schwieriger.

So deutet sich schon zu Beginn ein Spagat an, den der als Action-Krimi-Komödie beworbene Film unternimmt. Dass hier eine „wahre Geschichte“ erzählt wird, zeigt eine kurze Einblendung. Die vergisst man schnell, wenn man noch nie vom Fall der „Sun Gym Gang“ gehört hat, der sich Ende der 90er Jahre in Florida ereignete. Spätestens beim Abspann jedoch, wenn die Verbrecherfotos der echten Täter zu sehen sind, endet der Spaß. Das sind nicht so sympathische Kerle wie Mark Wahlberg und Dwayne Johnson.

Wahlberg spielt Lugo, den vorbestraften Personal Trainer, in dem der Neid auf einen Neukunden erwacht, den er eigentlich verachtet: ein dürres Männlein, auf kriminelle Weise zum Millionär geworden. Zusammen mit dem gedopten Kumpel Doorbal (Anthony Mackie) und einem weiteren bemuskelten Ex-Knacki (Johnson) heckt er einen Entführungsplan aus, an dem die drei Trottel auf jede erdenkliche Weise scheitern.
Der Grat zwischen Humor und Entsetzen war schon bei „Fargo“ schmal. Davon abgesehen, dass die Coens in einer anderen Regie-Liga spielen als Krawall-Experte Michael Bay („Transformers“), bleiben sie im Reich der Fiktion. Angesichts der Opfer und ihrer Familien wirkt es hier jedoch geschmacklos, wenn Körper auf Pointen hin zerstückelt werden.

Die Hintergründe beiseite gelassen, besitzt die Täterkrimi-Satire unterhaltsame Momente. Wenn sich die Vollidioten immer dämlicher benehmen, nutzt sich das komische Potenzial allerdings über die zu lange Laufzeit ab. Bleiben noch die guten Schauspielerleistungen (u.a. Ed Harris in einer Nebenrolle) und die schicke Optik.


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