25.08.2016
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Silvesternacht in Köln: ZDF räumt „Fehleinschätzung“ bei Berichterstattung ein

Polizisten vor dem Hauptbahnhof in Köln

Polizisten vor dem Hauptbahnhof in Köln

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dpa

Mainz -

Um 1 Uhr in der Silvesternacht hat die Kölner Polizei nach eigenen Angaben die ersten Hinweise erhalten. Danach vergingen vier Tage, bis das ZDF erstmals über die sexuellen Übergriffe am Kölner Hauptbahnhof berichtete. Der stellvertretende ZDF-Chefredakteur Elmar Theveßen hat mit einem Beitrag auf Facebook nun auf die heftige Kritik an dem Sender reagiert. „Die Nachrichtenlage war klar genug. Es war ein Versäumnis, dass die 19-Uhr-heute-Sendung die Vorfälle nicht wenigstens gemeldet hat“, schreibt Theveßen in dem Post, der mit den Worten „Warum die heute 19-Uhr-Sendung am Montag nicht über Köln berichtete“ überschrieben ist. Den Verantwortlichen war vorgeworfen worden, zu spät über die Vorkommnisse berichtet zu haben.

Zu diesem Zeitpunkt hatten viele Medien die Geschehnisse bereits aufgegriffen. Der erste Bericht zum Thema erschien am Samstagmorgen auf ksta.de. In der Erklärung des ZDF heißt es, die Redaktion habe sich entschieden, die Berichterstattung auf den Dienstag zu verschieben - auf den Tag des Krisentreffens. Man habe Zeit für ergänzende Interviews gewinnen wollen. Laut Theveßen sei das jedoch eine klare Fehleinschätzung gewesen.

"Die Nachrichtenlage war klar genug. Es war ein Versäumnis, dass die 19-Uhr-heute-Sendung die Vorfälle nicht wenigstens...

Posted by ZDF heute on Dienstag, 5. Januar 2016

Der offene Umgang mit dem Fehler sorgt in den sozialen Netzwerken für kontroverse Diskussionen. „Mein Vertrauen in die öffentlich-rechtlichen Rundfunksender schwindet leider immer mehr“, schreibt beispielsweise ein Facebook-Nutzer. Auch Kommentare wie „Ach auf einmal“ oder „Ich beobachte seit langem, dass das ZDF so einiges totschweigt“ sind unter dem Beitrag zu lesen. Für viele Nutzer ist das ein willkommener Anlass, um auf die Rundfunkgebühr zu verweisen. Sie werfen dem Sender vor, erst berichtet zu haben, als der öffentliche Druck zu groß wurde.

Am Dienstagabend zeigte der Mainzer Sender das ZDF-Spezial „Was geschah in der Silvesternacht“.


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