29.09.2016
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Sprachwissenschaftler verkünden Entscheidung: "Gutmensch" ist das Unwort des Jahres 2015

Das „Unwort des Jahres 2015“ heißt „Gutmensch“. Das gab die Jury am Dienstag in Darmstadt bekannt.

Für die sprachkritische Jury standen Schlagworte zum Thema Flüchtlinge zur Diskussion, wie etwa „Flüchtlingskrise“ oder „Asylkritiker“. Die Jury könne dieses Thema kaum ignorieren, meinte die Sprachwissenschaftlerin Nina Janich als deren Sprecherin im Vorfeld der Entscheidung. Bei den Einsendungen für das „Unwort“ sei noch nie ein Thema so präsent gewesen.

Die Jury entscheidet aber unabhängig. Das Gremium richtet sich auch nicht nach der Häufigkeit der Vorschläge. Es besteht im Kern aus vier Sprachwissenschaftlern und einem Journalisten.

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Das „Unwort des Jahres 2014“ war „Lügenpresse“, ein Begriff, der vor allem vom islam- und fremdenfeindlichen Pegida-Bündnis genutzt wird. Im Jahr davor war es „Sozialtourismus“, 2012 „Opfer-Abo“. Die Aktion gibt es seit 1991. Damit wird das „Unwort“ jetzt zum 25. Mal bestimmt.

Die Aktion will für Sprache sensibilisieren und auf undifferenzierten, verschleiernden oder diffamierenden Gebrauch aufmerksam machen. Neben dieser Jury wählt davon getrennt die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden das „Wort des Jahres“. Für 2015 entschied sie sich für den Begriff „Flüchtlinge“.

Bei den Einsendungen für 2015 waren Begriffe zum Thema Flüchtlinge zwar seltener eingeschickt worden als etwa Worte wie „Lärmpausen“ (165 Mal) oder „Willkommenskultur“ (113 Mal). Bezeichnungen wie „Flüchtlingskrise“ (42 Mal) und „Asylkritiker“ (27 Mal) kommen gemessen an den „Unwort“-Kriterien aber eher in Betracht, wie Janich sagte. (dpa)

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