27.09.2016
Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt

Talk mit Sahra Wagenknecht: Petition gegen Markus Lanz

Talk mit vielen Unterbrechungen: Sahra Wagenknecht und Markus Lanz.

Talk mit vielen Unterbrechungen: Sahra Wagenknecht und Markus Lanz.

Foto:

ZDF

Köln -

Es sind wahrlich schwere Zeiten für Markus Lanz. An die Prügel, die er für seine Präsentation von "Wetten, dass..?" regelmäßig bezieht, dürfte sich der Moderator zwar allmählich gewöhnt haben. Gerade in diesen Tagen gerät seine abendliche ZDF-Talkrunde immer mehr zu einer Art ein Refugium, in dem sich der Gescholtene austoben und seine Wunden lecken kann, die ihm die Kritiker mit all ihrer Wortgewalt nach seinen Auftritten vor großem Publikum beigebracht haben.

Doch nun wollen erboste Zuschauer der angeschlagenen ZDF-Allzweckwaffe auch noch diesen Ort streitig machen. Nach der Sendung vom 16. Januar, in der Lanz mit der stellvertretenden Linken-Chefin Sahra Wagenknecht plauderte, startete eine Zuschauerin aus Leipzig mit dem Namen Maren Müller eine Online-Petition mit dem Namen "Raus mit Markus Lanz aus meiner Rundfunkgebühr!".

Grund für den Zorn ist nach Angaben der Initiatorin der Gesprächsstil des Moderators, der "weder fähig noch willens ist, seinen Gästen gleichberechtigt Wohlwollen, Rederecht und Anstand entgegenzubringen", schreibt die Autorin und zweifelt an der politischen Neutralität des Talkers.

Rüde Unterbrechungen

Nachdem Lanz Wagenknecht zunächst als "schönste Linke aller Zeiten" vorstellte, ließ er die Politikerin anschließend kaum zu Wort kommen. Wagenknecht wurde bei ihren Antworten bereits nach wenigen Sekunden rüde unterbrochen, sogar den Applaus des Publikums schmähte der Moderator als Beifall für populistische Aussagen.

"Ein Moderator, der offenbar große Probleme damit hat, dem politischen Spektrum links von der Mitte mit einem Mindestmaß an Höflichkeit zu begegnen, passt nicht in ein Öffentlich Rechtliches Format", formuliert Zuschauerin Maren Müller dazu und stellt fest: "Der im explizitem Falle miserable Stil im Umgang mit Sahra Wagenknecht spiegelt in drastischem Maße wider, dass politische Neutralität für Lanz ein Fremdwort ist."

Mit ihrer Empörung steht Maren Müller offensichtlich nicht alleine da, wie die Zahl ihrer Unterstützer zeigt. Aktuell (21.1.14, 19:48 Uhr) haben 33.984 die Petition unterzeichnet, davon kommen 32.358 aus Deutschland. Auch an das ZDF direkt wurden Beschwerde-Mails geschickt.

In seiner Antwort gibt sich der öffentlich-rechtliche Sender genauso diplomatisch wie konziliant.

Vor den abschließenden freundlichen Grüßen versichert die ZDF-Zuschauerredaktion gar, "dass Sahra Wagenknecht mit der, wenngleich sehr intensiven, Auseinandersetzung in der Sendung zufrieden war und nicht den Eindruck hatte, ihre Position nicht ausreichend darlegen zu können".

Das wiederum brachte die Linken-Politikerin auf die Palme. Diese Behauptung sei "doch etwas arg frech", twitterte sie. In einem Interview mit der "Bild"-Zeitung gab sie sich eisern. An einem Talk mit Markus Lanz wolle sie vorerst nicht mehr teilnehmen.

Am Dienstagnachmittag rangen sich die Verantwortlichen beim ZDF dann zu einer Entschuldigung bei Wagenknecht durch. Per Twitter heißt es an die Adresse der Politikerin gerichtet: "Sorry", vielleicht gebe in nochmal die Möglichkeit, die Unstimmigkeiten auszuräumen. Ob dies allerdings bei Markus Lanz geschehen wird, bleibt offen.

(ccp)


Neue Nachrichten

Wir haben neue Artikel für Sie. Möchten Sie jetzt die aktuelle Startseite laden?