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The XX: Magische Nacht unter dem eisigen „X“

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Die Schattenspieler des Britpop: Romy Madley Croft und Oliver Sim. Foto: Martina Goyert
Die Band der Stunde war in Köln. The XX aus Großbritannien fanden im Palladium eine grandiose visuelle Entsprechung zu ihrem eindringlich-reduzierten Flüsterpop.  Von
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Am Ende des Konzerts von The XX im ausverkauften Kölner Palladium, während des Songs "Infinity", fällt auch der zweite, hintere Vorhang. Ein riesengroßes "X" aus Plexiglas kommt zum Vorschein, das mit seiner naturalistischen Eiszapfenoptik allerdings aussieht, als sei es soeben aus einer Gletscherspalte heraus geflext worden. Das ausgestanzte X auf dem Cover ihrer beiden CDs ist das Markenzeichen der Briten - und seine vereiste XL-Ausgabe die einzige Auffälligkeit in der Show der drei Musiker, die sich akustisch und visuell lieber als Silhouetten und Gespenster in Szene setzen.

Eine Art von Verschwinden

Das ist auch im Palladium so, wo Romy Madley Croft, Oliver Sim und Jamie Smith über weite Strecken ihres Gigs einen Songtitel von Radiohead in die Tat umsetzen: "How to disappear competely (and never be found)". Nachdem der erste, vordere Vorhang gefallen ist, während des Songs "Angels", erhellen nur drei weiße Spots die ganz in Schwarz gewandeten Musiker, und der wabernde Bühnennebel veredelt das zu einem reizvollen Schattenspiel. Das passt zu der minimalistischen XX-Musik mit den kargen, kristallklaren Bass- und Gitarrenspuren, die Jamie Smith abwechselnd mit pulsierenden Computerbeats und handgeklöppeltem Percussion-Spiel unterfüttert. Über diese gezielt lückenhafte Arrangements legen Croft und Sim ihren aufreizend-schläfrigen Wechselgesang.

The XX im Kölner Palladium.
The XX im Kölner Palladium.
Foto: Martina Goyert

Dazu gibt es im Laufe des Abends genau drei Lichtstimmungen: weiß, eisblau und - extrem wirkungsvoll - monochrom grün. Dem Zuschauer wird damit suggeriert, dass er durch ein Nachtsichtgerät auf eine stockdunkle Bühne blickt, und womöglich Geheimnisse entdeckt, die in den Songtexten nur angedeutet werden. "My Heart is Beating In A Different Way" heißt Oliver Sims Mantra in dem Song "Missing", dazu spielt er einen wummernden Zeitlupen-Bass, der, schlüge tatsächlich ein Menschenherz in diesem Takt, Anlass zu großer Sorge gäbe. In der Echokammer des Kölner Palladiums - Croft singt wieder und wieder die bange Refrainzeile "Will You Miss Me" - wird daraus intensive, ungeteilte Freude. Höhepunkt des kurzen Konzerts ist ein Stück vom Debütalbum: "Shelter" wird gleich in zwei Versionen gespielt, zunächst als moderat pumpender Club-Remix, dann wieder ultralangsam, kunstvoll vereist.

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