24.07.2016
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Thorsten Legat im Interview über das Dschungelcamp: „Ich sehe den Dschungel als Überlebenstraining“

Thorsten Legat hat auch beim Promiboxen mitgemacht. Nun steht das Dschungelcamp an.

Thorsten Legat hat auch beim Promiboxen mitgemacht. Nun steht das Dschungelcamp an.

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dpa

Thorsten Legat, Sie haben Erfahrungen im Entertainmentbereich, zum Beispiel als Promiboxer. Warum treten Sie im Dschungelcamp an?

Für mich ist das eine Herausforderung, die ich schon immer haben wollte. Ich bin seit neun Jahren großer Fan des Dschungelcamps und habe mich immer gefragt: Warum sitze ich vor dem Fernseher und nicht im Dschungel? Nun habe ich endlich das Glück gehabt, dass man auf mich zugekommen ist.

Was sind für Sie die Herausforderungen? Das Klima, die unappetitlichen Aufgaben, die Konkurrentinnen und Konkurrenten?

Ich treibe im Prinzip mein ganzes Leben lang Sport. Die Prüfungen jucken mich gar nicht so sehr. Ich sehe das Ganze als eine Art Überlebenstraining an. Ich möchte wissen, wo meine Grenzen sind. Danach habe ich gesucht, nun kann ich meine Chance beim Schopfe packen. Und ich liebe Hitze, ich hätte am liebsten 365 Tage im Jahr um die 35 Grad. Ich mache das nicht wegen des Geldes. Ich habe schließlich 15 Jahre als Profi Fußball gespielt.

Das eine sind die körperlichen Strapazen, das andere die psychischen. Ihre Konkurrentinnen und Konkurrenten sind sehr unterschiedlich. Sind Sie für diese Art Stress gewappnet?

Ich bin 47 Jahre alt, seit 15 Jahren Trainer und habe eine großartige Familie. Insofern kann mich gar nichts abschrecken. Wenn mich dort jemand verbal angeht, ist es doch klar, dass ich mir das nicht gefallen lasse. Ich werde meine Aufgaben dort machen und mich in den Dienst der ganzen Crew stellen.

Als ehemaliger Leistungssportler und Trainer wollen sie immer gewinnen. Sprechen ihre Erfahrungen und Qualitäten im Kampf um das Zepter des Dschungelkönigs für Sie?

Das hängt ja nicht nur davon ab, was ich mache. Die Zuschauer entscheiden letztendlich, ob ich drinbleibe oder nicht. Sie sehen, ob ich gute Arbeit mache und authentisch bleibe. Ich bin kein Schauspieler wie viele andere. Die Zuschauer merken das sofort. Ich bin Trainer und weiß, wie man 22 Spieler unter einen Hut bringt. Im Dschungel kann ich sicher in dieser Hinsicht davon profitieren. Also kein Problem.

Wie haben Sie sich vorbereitet? Haben Sie mal ein Insekt probiert?

Als ich vor 28 Wochen die Zusage bekommen habe, dass ich dabei bin, musste ich mich natürlich vorbereiten. Zum Beispiel darauf, wie ich dem Hungergefühl entkomme. Seit ich den Bescheid bekommen habe, befinde ich mich in einer Diätphase und habe mich von 100 auf 86 Kilogramm herunter gehungert. Mich kann nichts abschrecken. Ich habe keine Angst, ich bin auf der Straße großgeworden und weiß, was Hunger bedeutet. Ich brauche niemandem mehr etwas zu beweisen. Ich will nur sehen, wo meine Grenzen liegen.

Sie sind Trainer des FC Remscheid. Haben Sie mit den Spielern gesprochen? Haben Sie die Befürchtung, dass Ihre Autorität leidet?

Zunächst einmal hatte ich eine Schweigepflicht. Aber ich habe intelligente Spieler, die nicht auf den Kopf gefallen sind. Alles über mich konnten Sie im Internet finden, auch die Gerüchte über das Dschungelcamp. Wissen sie, Deutschland ist eine Neidgesellschaft, da gönnt der eine dem anderen nichts. Darauf gebe ich aber nichts. Mein Fokus liegt im Moment auf dem Dschungelcamp. Da werde ich mich vorbildlich verhalten, weil mich meine Mannschaft auch sehen wird. Dann komme ich zurück und konzentriere mich wieder voll auf den FC Remscheid. Ich bin seit 14 Jahren Trainer im Amateurbereich. Natürlich gab es wegen des Dschungelcamps Vorwürfe, dass ich meinen Job nicht ernst nehme. Aber, ich habe alles abgesprochen, ich liebe den Fußball, er ist mein Leben und ich arbeite mit Leidenschaft für den Verein.

(dpa)