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Tim Bendzko ist ein Bauchmensch

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Tim Bendzko 2012 im IFA Sommergarten in Berlin bei dem Festival Die Neuen DeutschPoeten. Foto: Britta Pedersen
Tim Bendzko 2012 im IFA Sommergarten in Berlin bei dem Festival "Die Neuen DeutschPoeten". Foto: Britta Pedersen

Berlin. Ein Hit kann auch ein Fluch sein. Tim Bendzko (28) mag seinen Song «Nur noch kurz die Welt retten» aber immer noch, wie er beim dpa-Interview in Berlin sagt.

Und jetzt hat der Singer/Songwriter auch neue Ohrwürmer parat. Am 24. Mai erscheint sein zweites Album «Am seidenen Faden» (Sony).

Andere fahren weg für ein neues Album. Du bist in Berlin geblieben. Warum?

Bendzko: «Ich war ja die ganze Zeit nicht da. Ich bin endlich mal wieder nach Hause gekommen und habe mich dann hier im Studio eingeschlossen. Ich muss abgeschieden sein, um effektiv und konzentriert zu arbeiten. Ich brauche Normalität um mich herum, ich könnte jetzt nicht in eine andere Stadt oder ans Meer fahren.»

Hast du noch Spaß daran, deinen Hit «Nur noch kurz die Welt retten» zu singen?

Bendzko: «Klar. Man würde ja denken, dass es nervt. Aber man will ja, dass die Leute deinen Song kennen, wenn du ihn schreibst. Es ist ein Riesengenuss, wenn Tausende Leute so ein Lied mitsingen können. Aber wenn ich in zehn Jahren immer noch auf diesen Song reduziert werde, kann ich mir vorstellen, dass es vielleicht anders wird.»

Wie hat die Lawine, die dieser Hit ausgelöst hat, dich verändert?

Bendzko: «In erster Linie hat sie einen Musiker aus mir gemacht. An dem Tag, an dem das Lied wirklich erfolgreich wurde, bin ich aufgewacht und habe mich als Musiker gefühlt. Es ist mein Beruf geworden.»

Was hat dich so selbstbewusst gemacht, nach jahrelangen Versuchen nicht aufzugeben?

Bendzko: «Ich hatte eine innere Stimme, um es mit einer Metapher zu sagen, die gesagt hat, dass es klappt. Es kam sehr oft dieser Moment, zu denken, es ist totaler Schwachsinn, Musiker werden zu wollen. Aber ich habe immer gesagt: Wenn man einen Plan B hat, endet man auch da.»

Würdest du deine Bekanntheit ausnutzen, um dich zu engagieren?

Bendzko: «Das hast du schön formuliert: Ich würde eben nicht meine Bekanntheit ausnutzen wollen. Ich möchte nicht den Leuten eine konkrete Meinung vorgeben. Dieses Benefiz-Ding zu Promozwecken finde ich ganz schwierig. Es ist für mich eine komplett private Entscheidung, ob und wie ich mich für eine Sache einsetze.»

Bist du ein Bauchmensch?

Bendzko: «Komplett.» (dpa)