24.07.2016
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TV-Tipp: Der geistige Vater des „bewegten Mannes“

Besser als in „Der bewegte Mann“ hat man Til Schweiger nicht mehr gesehen.

Besser als in „Der bewegte Mann“ hat man Til Schweiger nicht mehr gesehen.

Samstag, 2. Februar

Er sorgte indirekt für den besten Moment, den Til Schweiger in seiner Karriere je hatte: Zugedröhnt mit Drogen, völlig entrückt und komplett nackt hockte Schweiger, der uns seitdem im Akkord mit romantischen Komödien belämmert, in „Der bewegte Mann“ auf einem Wohnzimmertisch.

Stärker wirkte Til Schweiger als Schauspieler seitdem nie mehr, und erfreulicherweise widmet arte dem Mann, der als Deutschlands erfolgreichster Comiczeichner der geistige Vater (seine Bücher wurden in 15 Sprachen übersetzt und haben eine Gesamtauflage von rund sieben Millionen) des „bewegten Mannes“ ist, ein schönes Porträt.

„König des Comics – Ralf König“ (22 Uhr) ist der Titel, und es zeigt, dass König längst mehr ist als ein Chronist des schwulen Lebens, der die Community immer so launig wie treffsicher hochnimmt und, obwohl ein fester Bestandteil schwulen Lebens, nie den Sicherheitsabstand zu Schwulenklischees verliert. Seit ein paar Jahren widmet sich König auch verstärkt der überholten und verlogenen Sexualmoral der katholischen Kirche, wirft generell einen kritischen Blick auf Religionen und sagt in Interviews schlaue Sachen dazu.

Aus einem mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ stammt zum Beispiel dieser Satz: „Meine Überzeugung ist, dass der Hauptmotor für Homophobie religiöses Denken ist. Weltweit, egal um welche Religion es sich handelt. Und dazu möchte ich mich als Zeichner äußern.“

In Talkshows sieht man König eher selten, und durch dieses Porträt bekommt man einen Eindruck davon, warum der Mann sich als Person nicht in die Öffentlichkeit drängelt. Zurückhaltend ist er, scheu bis beinahe schüchtern. Wohl deshalb, weil seine Zeichnungen und die dazugehörigen Sprechblasen alles ausdrücken sollen, was der Mensch dahinter nicht besser sagen könnte. Sehenswert.