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Vampir-Ausstellung: Nervenkitzel, Blut und Eros

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„Nosferatu - Phantom der Nacht“ von Werner Herzog mit Klaus Kinski und Isabelle Adjani. Foto: Museum
„Twilight“, „True Blood“ und Co.: Vampirismus ist heute fester Bestandteil der Populärkultur. Das Filmmuseum Düsseldorf präsentiert jetzt Objekte und Filmreihen zum Vampirkult. Einige der Exponate waren noch nie in Europa zu sehen.  Von
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Vampire sind so angesagt wie schon lange nicht mehr. TV-Serien wie "True Blood" und der Welterfolg von Stephenie Meyers "Twilight"-Büchern und den sich anschließenden Verfilmungen haben nachhaltig belegt, dass die Freude am schaurigen Vergnügen nächtlicher Besuche mit unheilbringendem Biss in den Hals so ungebrochen ist wie im ausgehenden 19. Jahrhundert. Damals kitzelte Bram Stokers Roman "Dracula" mit der genialen Synthese von Blut und Eros die Nerven, und auch das gerade erfundene Unterhaltungsprodukt Film offenbarte schon erste Anmutungen vampirischen Grusels in bewegten Bildern.

Bestandteil der Populärkultur

Vampirismus ist heute fester Bestandteil der Populärkultur, und es ist höchst lobenswert, wenn das Filmmuseum Düsseldorf das Thema nun mit der Ausstellung "Fürsten der Finsternis" und einer daran anknüpfenden Filmreihe würdigt. Die zweigleisige Präsentationsstrategie hat sich schon in der Vergangenheit gut bewährt, weil die Elemente sich gegenseitig befeuern. Im Rahmen des Filmprogramms sind bis zum 13. Oktober 44 Titel aus 90 Jahren Filmgeschichte zu sehen.

Nicht minder anregend ist die um den lesens- und sehenswerten Katalog ergänzte Ausstellung selbst. Auf 400 Quadratmetern eröffnet sich ein Parcours, der wie in einem klug eingerichteten Kaufhaus den Blick auf immer neue Attraktionen lenkt. In liebevoller Detailarbeit wurden begehbare Studio-Sets nachgebaut. Von Bram Stokers Arbeitszimmer über ein viktorianisches Schlafzimmer, durch dessen geöffnetes Fenster unheilschwanger das obligatorische Käuzchen zu hören ist, bis zu Nosferatus Gewölbe eröffnen sich sinnliche Räume, an deren Wänden Hunderte Fotos und Gemälde zum Schauen, Erinnern, Entdecken einladen.

Besonders schick ist die Fotowand mit den 112 Vampirdarstellern der Filmgeschichte. Die Zahl irritiert ein wenig, weil sie eigentlich zu knapp bemessen ist; allein mit dem Darstelleraufgebot von "Twilight", "Blade" und "Underworld" wäre die Wand schon gefüllt. Im Gegenzug überrascht es, wer alles schon vampirisch unterwegs war. Sogar der Name Theo Lingen taucht auf. Der elegant schrullige Komiker agierte in den Abendstunden seiner Karriere in dem derb-drallen Horrorfilm "Lady Dracula" als distinguiert galanter Zuarbeiter für die Untaten von Titeldarstellerin Evelyne Kraft.

Dank enger Zusammenarbeit mit der "Academy of Motion Picture Arts and Sciences" konnte das Filmmuseum Exponate gewinnen, die noch nie in Europa ausgestellt wurden, darunter die Vampirkiller-Ausrüstung aus dem Film "Van Helsing", ein Portfolio des Drehbuchs zu "Nosferatu" oder die "drakulischen" Garderoben von Klaus Kinski und Bela Lugosi. Letztere zwar nachgeschneidert, aber immerhin.

Zwei Stockwerke höher im Gebäude schließt sich eine weitere Ausstellung an, die sich den Gruselklassikern des Universal-Studios widmet. Filmfotos, auf hochwertigen Kunstdrucken glänzend restauriert, erinnern an die erste Horrorfilmwelle des Kinos zu Beginn der 30er Jahre, als Filme wie "Dracula", "Frankenstein" und "Die Mumie" Schreckensgestalten schufen, die zu Ikonen der Populärkultur wurden.

Zeitreise ins US-Gruselkino

Eine Vitrine mit Spielzeug aus fünf Jahrzehnten belegt, dass Frankensteins Geschöpf bis heute untrennbar mit Boris Karloffs Maske verbunden ist. Aber auch Universals Horror-Revival, das Jack Arnold Mitte der 50er Jahre mit Titeln wie "Der Schrecken vom Amazonas", "Tarantula" und "Die unglaubliche Geschichte des Mr. C" quasi im Alleingang stemmte, ist ausführlich dokumentiert. Eine begleitende Filmreihe mit acht trendsetzenden Klassikern rundet die Zeitreise in die Welt des vom deutschen Stummfilm so nachhaltig geprägten US-Gruselkinos ab.

Mit seiner kenntnisreichen und entdeckungsfreudigen Doppelausstellung manifestiert sich das Filmmuseum einmal mehr als erste Adresse in Nordrhein-Westfalen für Filmgeschichte mit Nähe zum Publikum.

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