31.07.2016
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WDR: Massive Proteste gegen Reformpläne für Funkhaus Europa

Der Kölner Musiker Gentleman unterstützt den Protest.

Der Kölner Musiker Gentleman unterstützt den Protest.

Foto:

Goyert

Köln -

Funkhaus Europa hat es in der öffentlichen Wahrnehmung oft schwer. Sich neben den großen WDR-Wellen zu behaupten, ist für das internationale, mehrsprachige Hörfunkprogramm nicht leicht. Doch wie groß die Zahl der Fans ist, die ein Angebot abseits des Mainstreams schätzen, zeigt sich nun, da eine Reform des Senders für Aufregung sorgt.

„WDR kills the Radio DJ – Stoppt die Funkhaus Europa Reform!“ heißt eine Online-Petition, die bis Montagabend mehr als 6000 Menschen unterzeichnet hatten. Da war sie gerade einmal drei Tage online. Die Verfasser werfen Intendant Tom Buhrow, Hörfunkdirektorin Valerie Weber und Wellenchef Thomas Reinke vor, Funkhaus Europa zur Mainstream-Welle umbauen zu wollen. Konkret sollen 17 Musikformate ersatzlos gestrichen werden, wie die Verfasser schreiben. Darunter Formate von DJs wie Gilles Peterson und langjährige Autorensendungen wie „Indigo“ mit Anna-Bianca Krause, die „Jazzanova Radio Show“ und „5 Planeten“ mit Francis Gay.

Mainstream macht sich immer breiter

Stattdessen solle Musik in „einer geregelten Rotation“ gespielt werden, wie Mitarbeiter berichten. Schon seit Anfang 2015 gebe es zudem die Anordnung von oben, fast die Hälfte der Musikauswahl mit aktuellen Chartsongs zu bestücken. Das habe schon jetzt zu massiven Protesten der Hörer geführt.

Überhaupt mache sich der Mainstream in den Hörfunkwellen der ARD immer breiter. Die Flächen für „Alternative Music“ gingen hingegen zurück. „Dabei ist die Musikauswahl unser Alleinstellungsmerkmal“, erzählt ein Mitarbeiter. Durch die geplanten Änderungen würde das Programm ärmer. „Es wird verstümmelt.“

Lesen Sie auf der nächsten Seite, Reaktionen auf die drohende Mainstream-Welle.

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