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Diepentalsperre: Eigentümer mit ins Boot geholt

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Die Diepentalsperre.  Foto: Britta Berg
Die beiden verwandten Familien, denen die Stauseen gehören, sollen sich an den Kosten für ein 30 000 Euro teures Gutachten beteiligen, das Perspektiven für die Zukunft des Naherholungsgebietes aufzeigt.  Von
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Jetzt müssen die Eigentümer der Diepentalsperre Farbe bekennen. Die beiden verwandten Familien, denen die Stauseen gehören, sollen sich an den Kosten für ein 30 000 Euro teures Gutachten beteiligen, das Perspektiven für die Zukunft des Naherholungsgebietes aufzeigt. Der Ausschuss für Bauwesen, Umweltschutz und Stadtentwicklung des Leichlinger Stadtrates hat die Privatleute aufgefordert, sich finanziell zu engagieren, um ihre Anlagen zu erhalten. Mit diesem überraschenden Ergebnis endete am Mittwochabend eine nichtöffentliche Sondersitzung des Gremiums.

Zwei Stunden lang dauerten die Beratungen hinter verschlossenen Türen. Die eilbedürftige Sitzung in den Ferien war Bernd Wille, dem Vorstand des Wupperverbandes, so wichtig, dass er daran teilnahm. Das Gutachten, das in Auftrag gegeben werden sollte, eilt, weil die Bezirksregierung angekündigt hat, den Wasserspiegel aus Sicherheitsgründen erneut absenken zu lassen, wenn sich nicht bald eine Lösung für die sanierungsbedürftigen Anlagen anbahnt. Eine Machbarkeits-Studie soll daher Kosten und Möglichkeiten aufzeigen, die Talsperre entweder zu erhalten und weiter zu betreiben oder die Stauseen aufzugeben und den Murbach und die Tallandschaft zu renaturieren.

Eigentümer in der Pflicht

Im Vorfeld war über die Finanzierung dieses Gutachtens eine Absprache getroffen worden: Der Wupperverband, die Stadt Leverkusen und die Stadt Leichlingen sollten sich die Rechnung teilen und jeweils 10 000 Euro für die Untersuchung bezahlen. Der Wupperverband und Leverkusen hatten dem Vorschlag auch bereits zugestimmt. Der Leichlinger Bauausschuss aber spielte nicht mit. Er gab den Ball zurück an die Eigentümer. Die Mehrheit der Politiker mochte nicht einsehen, dass die Studie allein aus Steuer- und Gebühreneinnahmen bezahlt wird, ohne dass die Grundstücksbesitzer mit ins Boot geholt werden.

Der untere Angel-See samt Staudamm und Wasserkraftwerk gehört Familie Weiglhofer-Halbach. Der obere See mit Restaurant, Bootsverleih, Campingplatz und Minigolf gehört Familie Halbach. Dass sie sich untereinander nicht einig sind, wurde am jahrelangen Streit um den Pegel der beiden verbundenen Seen offensichtlich. Er hat dazu geführt, dass die Durchfahrt zwischen den Wasserflächen unter der Brücke gesperrt worden ist. „Die Mitglieder des Ausschusses der Stadt Leichlingen erwarten bei der Entwicklung der privaten Talsperre ein deutliches Bekenntnis der Eigentümer und Vorteilshabenden durch die Mitfinanzierung der Machbarkeitsstudie“, heißt es in einer Presseerklärung des Wupperverbandes zum Sitzungsverlauf unmissverständlich.

Auch in der Öffentlichkeit und in der Bürgerinitiative „Rettet die Diepentalsperre“ waren in der Debatte über das drohende Ende des Naherholungsgebietes immer wieder Stimmen laut geworden, die ein nachhaltiges Engagement der Eigentümer für ihre teils vernachlässigten Anlagen fordern. Bei der ersten Sitzung des eingesetzten Runden Tisches hatten Vertreter der Familien im Juli auch signalisiert, dass sie sich an den Kosten eines Erhaltungskonzeptes beteiligen würden. Der Ausschuss nahm sie nun beim Wort und beauftragte Verwaltung und Wupperverband, mit ihnen über eine Beteiligung an den Kosten der Studie zu verhandeln. Die dafür im Raum stehende Summe ist allerdings ein Klacks im Vergleich zu dem, was danach zu bewältigen wäre. Nach ersten Schätzungen wird eine Sanierung der Talsperre wohl eine Million kosten und der Weiterbetrieb jährliche Unterhaltungskosten von 100 000 Euro nach sich ziehen. Wer das bezahlen soll, wird erst diskutiert, wenn die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie vorliegen.

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