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Fest in Leichlingen: Melodien und Hammerschläge

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Bei der vierten Kunst- und Klangmeile in Leichlingen gab es viel zu sehen und zu hören.  Foto: Ralf Krieger
Am Sonntag lockte die vierte Auflage der mittlerweile als Biennale veranstaltete Leichlinger Kunst- und Klangmeile wieder viele Besucher in die Stadt. Es gab sogar noch Raum für ganz spontane Musikanten, die auftreten wollte.  Von
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Die vierte Auflage der mittlerweile als Biennale veranstalteten Leichlinger Kunst- und Klangmeile lockte am Sonntag von 13 bis 18 Uhr Besucher aus der gesamten Region in die Blütenstadt. Im Planquadrat zwischen Kirchstraße, Gartenstraße, Stadtpark, Brückenstraße und Brückerfeld tummelten sich die Passanten an den über 50 Standorten von Kunst und Musik.

Die Veranstalter – Stadt, Musikschule und Wirtschaftsförderungsverein Leichlingen (Wif) – hatten in ihrem flexiblen Konzept sogar noch Raum für ganz kurzfristig entschlossene Musikanten gelassen. Der Himmel war blau, die Sonne brannte, und Michael Völker vom Kulturbüro war glücklich: „Ein gelungenes Fest für alle Besucher und unsere insgesamt über 800 Mitwirkenden.“ Dazu zählte er auch die Leichlinger Künstler, die tags zuvor die Straßengalerie eröffnet hatten und nun überall in der Stadt anzutreffen waren.

Am Stand der Musikschule luden Sabine Schild, Kerstin Lang und Wera Vis die Besucher zum Ausprobieren diverser Blasinstrumente ein. Dass Kunst auch mit Klang verbunden ist, stellte der Bildhauer Berthold Welter mit seinem Projekt „Einfach bekloppt“ unter Beweis. Wer sich seinem offenen Atelier am Ehrenmal im Stadtpark näherte, hörte schon von weitem ein mehr oder weniger rhythmisches Klopfen. Kein Wunder: Der Künstler hatte 70 Nachwuchs-Steinmetze um sich versammelt – von zehn bis 70 Jahren. Sie meißelten aus 450 000 Jahre alten, handlichen Tuffsteinblöcken Fabelwesen, Tierplastiken, Ornamente und Gesichter.

Arbeit am Tuffstein

Anja Staehler, Lehrerin an der Wermelskirchener Förderschule, versuchte sich an einer Schildkröte: „Unsere zehnjährige Tochter Robyn hat mir heute früh extra das Bild einer Schildkröte aus dem Internet gedruckt“, sagte sie mit Lachen. Ehemann Jan berichtete, dass Welter den Tuffstein aus der Eifel geholt hatte. Der gab mit seinem traditionellen Käppi auf dem Kopf Tipps und beobachtete: „Noch viel schöner ist es, dass sich die hier Versammelten selber helfen. Da halte ich den Mund.“

Die beiden mit ihm befreundeten Bildhauerinnen, Hanna Brinkmann aus Kaarst und Dana van Rijssen aus Solingen, halfen am Freitag mit, Böcke und Arbeitsplatten in den Stadtpark zu schaffen. „Glücklicherweise hatte mir erst vor ein paar Wochen ein Bauer ausreichend Holz geschenkt“, so Welter. Viele seiner Bildhauer haben nach einem Kurs gefragt. Ihnen kann geholfen werden.

Vorbei an den verkaufsoffenen Geschäften luden Ensembles der Kirchengemeinden, Schulen, Musikschule, Leichlinger Chöre, Musikgruppen sowie Solisten zum Zuhören ein. Auf der Marly-Brücke sprayte Ines Baumgartner auf langen Papierbahnen nach Schattenbildern Grafitti. Ein Solist versorgte die Brückenstraße mit sanfter Rockmusik: Ernst Müller mit E-Gitarre. „Wo ist Ihr Hut?“ lautete die Frage. Die Antwort: „Es ist zu heiß.“ Und einen Hut zwecks Sammelns wolle er nicht aufstellen: „Das ist für die Stadtkasse wohl nicht ausreichend.“ Um 18 Uhr fanden sich Chor Color, Frauenchor 1949 und Quartettverein Oberschmitte zum Abschluss-Singen auf dem Marktplatz ein.

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