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Feuerwehr: Fehlender Nachwuchs bereitet Sorgen

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Ehrenzeichen verlieh Stadtbrandinspektor Ronald Hillbrenner (3. v. l.) an (v. l.) Jürgen Herling, Stefan Ebel und Martin Krüger.  Foto: Ralf Krieger
Die Freiwillige Feuerwehr Leichlingen hat am Wochenende ihren Jahresbericht vorgestellt. Zu 145 Einsätzen musste die Wehr im vergangenen Jahr ausrücken. Gesprächsthema waren dennoch die beiden spektakulären Einsätze der vergangenen Tage.  Von
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Im Jahresbericht 2012 der Freiwilligen Feuerwehr Leichlingen tauchen sie noch nicht auf: Doch auf der Jahresdienstversammlung am Freitagabend im Evangelischen Gemeindezentrum waren die zwei spektakulären Einsätze in den vergangenen Tagen präsent. Der Bürgermeister und oberste Dienstherr der Wehr, Ernst Müller, erinnerte in seiner Rede an den Großeinsatz am Montag vergangener Woche für rund „50 hilfsbedürftige Menschen“. Dabei handelte es sich um die Abschlussfeier stark alkoholisierte Abiturienten. „Einer der Einsätze, der eigentlich nicht hätte sein müssen“, so Müller. Bereits einen Tag später musste die Wehr zu einem Großalarm in die Schillerstraße ausrücken. Dort stand das Obergeschoss eines Hauses in Flammen: „Dank Ihres schnellen Einsatzes konnten drei Bewohner mit leichten Rauchvergiftungen gerettet werden.“

Anhand der beiden aktuellen Beispiele verdeutlichte Müller die gesamte Bandbreite der Wehr. Ohne die Freiwilligen sei eine erfolgreiche Abwehr und Bewältigung von Gefahrensituationen in Leichlingen nicht möglich. Damit sei die Wehr ein „unverzichtbarer Bestandteil des Rettungswesens sowie Sicherheitskonzeptes unserer Stadt“. Als Beleg erinnerte der Bürgermeister an die 145 Einsätze im Berichtsjahr. Darunter 31 Brandeinsätze und 85 technische Hilfeleistungen. 29 Mal gab es Fehlalarme – eingeschlossen auch die unvermeidliche, böswillige Alarme. Nach wie vor weist der städtische Haushalt über 200 000 Euro für laufende Betriebskosten und kleinere Investitionen der Wehr auf. Trotz defizitärer Haushaltslage nimmt die Stadt 180 000 Euro zusätzlich in die Hand, um im Juli mit dem Bau des seit 1983 überfälligen Schlauchtrockenturms zu beginnen. 1,4 Millionen Euro stehen auf der Agenda für die Erweiterung der Fahrzeughalle des Löschzuges 4. Der Baubeginn ist für 2014 geplant.

Gute Zusammenarbeit

Auch die Einstellung eines Feuerwehr-Gerätewartes steht ante portas. Nach der Genehmigung des Haushalts- und Stellenplans erfolgt die Ausschreibung in den nächsten Wochen. Die Kosten für die dem Ordnungsamt zugeordneten Vollzeit-Stelle (E5) betragen jährlich über 30 000 Euro. Neben den vor einigen Wochen angeschafften drei Ausbildungsfahrzeugen („Technische Hilfeleistung“) erhält die Wehr im Juni einen 25 000 Euro teuren Mannschaftstransportwagen für den Löschzug 2. Darüber hinaus sollen in 2014 drei Großfahrzeuge angeschafft werden. Die Kosten: Rund 860 000 Euro.

10 000 Euro nimmt die Stadtverwaltung als Werbemaßnahme für den Feuerwehrnachwuchs in die Hand – sinkende Mitgliederzahlen bereiten den Verantwortlichen Sorge. Den Soll-Zahlen von 185 bis 190 Mitgliedern stehen aktuell nur 152 gegenüber (zwei weniger als in 2011). Unter Beifall betonte Ernst Müller letztendlich die gute Zusammenarbeit mit der Wehr: „Das war nicht immer so.“ Stadtbrandinspektor Ronald Hillbrenner legte den Schwerpunkt auf die Leistungsbereitschaft der vier Löschzüge zum Wohl der Allgemeinheit. Der stellvertretende Kreisbrandmeister, Roger Machill – er war kurzfristig für den verhinderten Wolfgang Weiden eingesprungen – lobte die „stramme Leistung“ der Leichlinger und tadelte das NRW-Innenministerium, ob der erheblich reduzierten Angebote für die Ausbildung. Ein hübscher Einfall war es, ein Brandopfer aus der Goethestraße über seine Erlebnisse plaudern zu lassen. Sein Haus wurde zweimal Opfer der Flammen. Er lobte die Wehr in höchsten Tönen – und übrigens seine Versicherung.

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