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Interview: "Es ist nicht alles rosig"

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Dominique Rondé. Foto: Britta Berg
Dominique Rondé, Vorsitzender der CDU-Fraktion in Leichlingen, spricht im Interview über die schlechte Stimmung in der Partei, personelle Konzepte und die Parteivorsitzende Daniela Bein.
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Herr Rondé, wie ist die Stimmung in der CDU-Fraktion?

DOMINIQUE RONDÉ: Wenn ich sage bestens, müsste ich lügen. Sachlage ist, dass wir das ein oder andere Problem haben und nicht alles rosig ist, das muss man nicht schönreden. Wir versuchen, auf sachlicher Ebene miteinander umzugehen, aber es es gibt Themen, da werden wir uns nicht einigen können.

Zum Beispiel die Bebauung des Stadtparks?

RONDÉ: Da haben wir einen einheitlichen Fraktionsbeschluss auf der Basis des Protokolls der Mitgliederversammlung und der besagt: Keine Bebauung des Stadtparks und Prüfung von Bebauungsmöglichkeiten entlang der Kirchstraße. Nicht einer Meinung waren wir zum Beispiel bei der Genehmigung des Oktoberfestes in der Balker Aue (das von CDU-Ratsmitglied Rolf Ischerland veranstaltet wurde, Anm. d. Red.): Da habe ich die Abstimmung freigegeben, um die Fraktionsdisziplin nicht überzustrapazieren. Beim Haushalt (den die CDU-Fraktion abgelehnt hat, d. Red.) waren wir uns aber alle einig.

Ihre Parteivorsitzende Daniela Bein hat in Ihrem Brief, in dem sie ankündigt, den Vorsitz abzugeben, gesagt, die Leichlinger CDU werde allmählich zu einer Witzfigur. Sehen Sie das auch so?

RONDÉ: So etwas zu sagen, ist grenzwertig. So etwas hätte ich nicht gesagt, da es auch die eigene Arbeit abwertet. Frau Dr. Bein geht, weil sie findet, dass die Fraktion nicht gut läuft. Aber dann muss man auch fragen, was sie dazu beigetragen hat, dass es besser funktioniert. Seit Februar hat sie nur an drei Fraktionssitzungen teilgenommen. Dann kann man nicht Kerkeling-mäßig sagen: Ich bin dann mal weg!

Frau Bein hat auch einen kompletten personellen Neuanfang gefordert. Ist das nötig und möglich?

RONDÉ: Ein Mandat ist ein Zeitvertrag mit den Bürgern. Und der läuft bis zur nächsten Kommunalwahl 2014.

Und Sie, werden Sie bei der Wahl wieder antreten?

RONDÉ: Wenn man mich fragt, mache ich mir Gedanken . . .

Sind bis dahin weitere Veränderungen in der von zehn auf sieben Mitglieder geschrumpften Fraktion zu erwarten?

RONDÉ: Ich gehe davon aus, dass es jetzt stabil bleibt. Ich glaube, dass keiner der Verbliebenen einen Grund sieht, die Fraktion zu verlassen. Wir müssen uns jetzt in der Sacharbeit engagieren.

Die CDU überlässt Hans Gonska von der SPD seit dem Rücktritt Ihres Parteikollegen Andreas Heusner seit nun einem Jahr kampflos den Vorsitz im einflussreichen Bauausschuss, für dessen Leitung die CDU das Vorschlagsrecht hat. Kommt das nicht einer Kapitulation gleich?

RONDÉ: Sobald wir einen Kandidaten haben, werden wir das ändern. Der jetzige Zustand ist keine Lösung, aber wir haben momentan kein personelles Konzept, die Stelle zu besetzen. Das brennt mir auch unter den Fingern, aber ich will da nicht irgendwas machen, da geht es auch um Verantwortung.

Herr Rondé, was wünschen Sie der CDU zu Weihnachten?

RONDÉ: Ich wünsche allen, dass sie jetzt mal in sich gehen und überlegen, wie wir alle gemeinsam miteinander umgehen. Und damit meine ich alle, vom Parteivorstand über den Ortsverein bis zur Fraktion. Ob das wirklich zielführend ist, wie wir uns verhalten, wenn man politisch erfolgreich sein will, und ob das alles noch dem C in unserem Partei-Namen gerecht wird . . .

DAS GESPRÄCH FÜHRTE HANS-GÜNTER BOROWSKI

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