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Windkraft: Gegenwind aus Witzhelden

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Windräder Foto: dpa
Wird der Energiewende auch in Leichlingen Aufwind verschafft? Der Rat hat sich zum Ausbau der Windenergienutzung bekannt, aus Witzhelden melden sich aber schon kritische Stimmen.  Von
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Windkraft? Ja! Aber vor meiner Haustüre? Nein, danke. In diesem Spannungsfeld verläuft im Sog des Atomausstiegs und der bundesweiten Energiewende an vielen Orten der Republik die Diskussion um den Bau von neuen und höheren Windrädern und großen Rotorenparks. Jetzt auch in Leichlingen. Während sich der Rat bei seiner Sitzung am Donnerstagabend im Tal der Stadt auf Antrag der Grünen mit großer Mehrheit zum Ausbau der Windenergienutzung bekannte und die Suche nach tauglichen Standorten einleitete, weht solchen Anlagen im Höhendorf gleichzeitig Gegenwind entgegen.


Rotoren an der Talsperre?


Denn die Nachbarn in Solingen sind schon einen Schritt weiter und haben westlich der Sengbachtalsperre, an der Stadtgrenze zu den Witzheldener Ortschaften Brachhausen und Hölverscheid, einen möglichen Standort für mehrere Windkraftwerke ausgemacht. Beschlossen ist noch gar nichts. Aber die betroffenen Bürger sind bereits so beunruhigt, dass die Fraktion der Bürgerliste (BWL) eine Anfrage eingereicht und eine Bürgerversammlung angesetzt hat.


„Die BWL unterstützt den Ausbau alternativer Energien ausdrücklich“, betonen die Ratsmitglieder Volker Jung und Andrea Piotraschke. Aber sie erwarten eine ausführliche und rechtzeitige Unterrichtung der Menschen. Stichworte wie Abstände zur Wohnbebauung, Lärmbelästigung und Ortsbild, die sie in ihrem Antrag nennen und in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses ansprachen, verraten, worum es geht, wenn irgendwo ein Windrad geplant wird. Nach Informationen der BWL wird auf Solinger Seite über vier Anlagen mit einer Höhe von 150 Metern und Rotordurchmessern von 50 Metern gesprochen, sollen sogar bereits Grundstücks-Kaufverträge kursieren.


Die Verwaltung hat sich aufgrund der Anfrage der BWL bei den Kollegen in Solingen erkundigt. Demnach befinden sich die Überlegungen noch in einem sehr frühen Stadium. Der windige Standort an der Talsperre sei laut einem Zwischenbericht von Gutachtern eine von zehn Solinger „Potenzialflächen“, die technisch in Frage kämen und wirtschaftlich sein könnten. Bislang seien aber noch keine weiteren Untersuchungen über Emissionen, Umweltverträglichkeit und Genehmigungsfähigkeit angestellt worden. Bevor der Flächennutzungsplan geändert wird, müsse auch die Stadt Leichlingen als Nachbar an dem Verfahren beteiligt werden.


Es ist zu erwarten, dass die Verwaltung die Belange ihrer Bürger schützt, aber nicht in Fundamentalopposition zur Windkraft geht. Denn, so steht es wörtlich in der gestern verabschiedeten Beschlussvorlage des Rathauses: „Leichlingen versteht sich als klimabewusste Stadt und ist bestrebt, die Ansiedlung von Windkraftanlagen voranzutreiben.“ Ein sechs Jahre zurück liegender Versuch, am Hülser Acker eine Konzentrationszone für Rotoren auszuweisen, scheiterte damals an den strikten Höhen- und Abstandserlassen. Mittlerweile hat sich der Wind in der Landesregierung gedreht. Nun wird die Ansiedlung erleichtert.


Daher beginnt auch in Leichlingen die Suche nach möglichen Standorten neu. Mit Hilfe des Energieversorgers Belkaw erarbeiten Ingenieure bereits eine Analyse fürs Bergische Land. Bürgermeister Ernst Müller erwartet die Ergebnisse Anfang Dezember. Dann soll weiter diskutiert werden, ob und wo man der Energiewende auch in Leichlingen Aufwind verschaffen kann.

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