Absolventen in Technik-Fächer haben in Deutschland zwar gute Berufsaussichten - in diesen Studiengängen gibt es aber auch viele Abbrecher. In den „MINT“-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) sollten Bewerber daher frühzeitig klären, ob sie den Anforderungen gewachsen sind. Denn allein in Maschinenbau und Elektrotechnik hat zuletzt rund jeder zweite Uni-Neuling (53 Prozent) hingeschmissen, wie aus einem Report des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervorgeht. So beugen angehende „MINT“-Studenten einem Abbruch vor:
Schulfächer
„Mathematik muss einfach Spaß gemacht haben“, sagt Wolfgang Loggen, Studienberater von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen. Auch sollten Bewerber ein Faible für logisches Denken und Physik haben. Wichtig sei die Leidenschaft für diese Fächer - die Noten sagten nur bedingt etwas aus, fügt Uta Seydel von der Technischen Universität Ilmenau hinzu.
Auch, wenn es spießig klingt – ihr braucht einen Lernplan. Schreibt euch wie in einem Stundenplan auf, wann ihr in die Uni, zum Sport und arbeiten geht. In die Lücken schreibt ihr, was ihr lernen wollt. Dort gehört auch hinein, wann ihr in die Bibliothek geht, um euch ein Buch abzuholen und wann ihr euch mit eurer Lerngruppe trefft.
Interessen
Wer gerne knobelt, tüftelt und experimentiert, ist in MINT-Studiengängen genau richtig. „Ich sollte Interesse für alle technischen Gegebenheiten haben“, erklärt Loggen. Gut sei auch, wenn sich Abiturienten etwa die Frage „Wie entsteht Kunststoff?“ stellen und in ihrer Freizeit gerne an Autos basteln oder sich mit ihrer Funktionsweise beschäftigen.
Persönlichkeit
„Ich muss mich gut zu strukturieren wissen und organisiert arbeiten können“, sagt Loggen. Wenn Studenten nicht ordentlich nacharbeiten, fliegt ihnen der viele Stoff schnell um die Ohren. Das große Arbeitspensum setzt auch eine hohe Belastbarkeit voraus. Außerdem ist es extrem wichtig, Rückschläge verkraften zu können. „Es ist kein Drama, mal durchzufallen“, sagt Loggen. Das dürfe für einen Studenten nicht heißen, dass er auf ganzer Linie versagt habe und gleich aufgeben sollte.
Vorbereitung
Die Studieninhalte sollten klar sein, bevor das Studium beginnt. An vielen Hochschulen können Studieninteressierte an Vorlesungen zur Probe teilnehmen. Manche MINT-Studiengänge setzen auch ein Grundpraktikum voraus, erklärt Seydel. „Oft ist der Fehler, dass Bewerber ein bestimmtes Berufsbild vor Augen haben“, ergänzt Loggen. Das Bild hält in der Praxis dann häufig nicht stand. „Informatik ist mehr als mit dem Computer spielen“, sagt er. (dpa)


