Leverkusen
Nachrichten aus Leverkusen und der Region Rhein-Wupper

Vorlesen
1 Kommentare

Brückenarbeiten: Auf engen Spuren durchs Kreuz

Erstellt
Das Autobahnkreuz Leverkusen aus der Luft in Richtung Norden blickend. 
Die Brückenreparatur im Leverkusener Autobahnknoten wird womöglich sechs Monate dauern. Auch weitere Bauten sind marode. Allein auf der Sauerlandlinie werden 79 Großbrücken überprüft.  Von
Drucken per Mail
Leverkusen

Und wieder einmal ist die Belastungsgrenze überschritten. Bei der Brücke, die im Leverkusener Autobahnkreuz die A 3 über die A 1 führt und ab sofort auch bei allen Autofahrern, die dort in einen Mega-Stau fahren werden. Tempo 60, verengte Fahrstreifen – und das ausgerechnet dort, wo sich bereits jetzt eine endlose Lkw-Kolonne durch das Leverkusener Kreuz schiebt, weil die Rheinbrücke an der Autobahn 1 für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen immer noch gesperrt ist.

Hätte man mit der Reparatur der Überführung nicht wenigstens noch die zwei Wochen warten können, bis 21.000 Lastwagen täglich wieder über die Leverkusener Rheinbrücke fahren können? „Auf gar keinen Fall“, sagt Uwe Dewes, Niederlassungsleiter des Landesbetriebs Straßen NRW. Als er den Prüfbericht seiner Statiker über den Zustand der Stahlkonstruktion auf den Tisch bekam und von „stellenweisen Spannungsüberschreitungen von 60 bis 70 Prozent“ las, war ihm sofort klar, dass die verbleibenden vier Wochen bis zu seiner Pensionierung kein Zuckerschlecken werden.

Mehr dazu

Doch inzwischen haben seine Straßenbauer bei der Einrichtung von Brückenbaustellen ja Übung. Und so werden sie eine weitere Ladung Schilder mit Tempo 60 und dem Überholverbot für Lkw bestellen, alle drei Fahrspuren ungefähr zwei Meter vom äußeren vorhandenen Schrammbord in Richtung Fahrbahnmitte verschieben, Leiteinrichtungen aufstellen und den Abstand zwischen den Lkw auf 25 Meter festlegen. Bis zu einem halben Jahr wird es dauern, dann soll die Brücke in einem Zustand sein, der sie weitere zehn bis zwölf Jahre durchhalten lässt. Im Dienst wird Uwe Dewes das nicht mehr erleben.

Sein Ziel ist es, zumindest noch die Rheinbrücke auf der A 1 wieder freigeben zu können. Doch auch da sind die Aussagen der Experten sehr zurückhaltend. „Wir versuchen, den März zu halten.“ Allerdings träten immer wieder neue Risse auf, „weil sich immer noch nicht alle Lkw-Fahrer an das Fahrverbot halten. Normalerweise hätten wir die Brücke für die Sanierung vollständig sperren müssen.“ Dewes fürchtet, dass Hiobsbotschaften wie die Geschwindigkeitsreduzierung auf der A 3 in den kommenden Monaten in Nordrhein-Westfalen noch häufiger verkündet werden müssen.

Die sanierungsbedürftige Brücke der A 3 über die A 1
Die sanierungsbedürftige Brücke der A 3 über die A 1
Foto: Ralf Krieger

Allein auf der Sauerlandlinie werden in nächster Zeit 79 Großbrücken mit einer Länge von mehr als 100 Metern überprüft. „Es regiert das Prinzip Hoffnung.“

Das gilt im Übrigen auch für die Leverkusener Rheinbrücke, wenn sie irgendwann im Frühjahr wieder für Lkw-Verkehr freigegeben wird. „Wir haben alles getan, um sie zu ertüchtigen“, sagt Dewes. Doch wie lange das hält, wenn statt der 3000 Lastwagen, die derzeit trotz des Verbots täglich den Rhein überqueren, dann wieder 21 000 unterwegs sind, könne keiner genau vorhersagen. Ein Neubau wird nicht vor 2020 stehen.

„Wenn es nicht mehr geht, müssen wir halt wieder auf zwei Spuren reduzieren“, sagt Dewes.

Auch interessant
Umfrage - Parkplätze

Die beiden Parkplätze an der Kämpchenstraße in Opladen sollen wegfallen für Wohnhäuser. Finden Sie das richtig so?