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Kreuz Leverkusen: Weitere Brücke wird zur Baustelle

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Foto: Britta Berg
Auf der Autobahn 3 am Kreuz Leverkusen gilt nun Tempo 60. Die Brücke über die A1 weist schwere Schäden auf. Lkw dürfen nicht mehr überholen und müssen Abstand halten. Schwerlasttransporte müssen die Brücke umfahren.  Von
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Düsseldorf

Der Kölner Autobahnring steht vor dem endgültigen Verkehrskollaps. Die Leverkusener Rheinbrücke auf der Autobahn 1 ist noch bis mindestens Anfang März für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt. Jetzt kommt noch die Autobahn 3 hinzu. Die Brücke, die im Autobahnkreuz Leverkusen über die A 1 führt, weist derart starke Schäden auf, dass der Landesbetrieb Straßen NRW noch in dieser Woche mit Sanierungsarbeiten beginnen muss.

Dafür werden auf dem mit 170.000 Fahrzeugen täglich meistbefahrenen Autobahnabschnitt in NRW die Fahrspuren verengt und der Verkehr auf Tempo 60 gedrosselt. Lkw dürfen nicht mehr überholen und müssen ein Abstandsgebot einhalten. Schwerlasttransporte müssen die Brücke weiträumig umfahren. Damit sollen die Träger entlastet werden.

NRW-Verkehrsminister Michael Groschek begründete die eilig beschlossene Maßnahme damit, dass die Belastungsgrenzen der Brücke „weit überstiegen werden“. Die Verstärkung des Bauwerks soll in drei bis sechs Monaten abgeschlossen sein. Danach könne der Verkehr wie bisher fließen. Dem Fernverkehr bleibt laut Groschek als Ausweichroute nur noch die Fahrt auf der linken Rheinseite über die A 4 und die A 61. Am kommenden Freitag soll über weitere Maßnahmen am Runden Tisch beraten werden. Für Schwerlasttransporte kündigte der Minister Vorschläge für den 8. März an.

Eindringliche Warnung

Groschek nutzte die erneute Notmaßnahme zu einer eindringlichen Warnung: „Wir wissen im Grunde, dass das Gros der Brücken auf Dauer nicht mehr standfest ist.“ Allein 375 Brücken von Bundesstraßen und Autobahnen in NRW gelten als kritisch, sie werden derzeit neu berechnet. Besondere Sorge bereiten die Großbrücken mit mehr als 100 Metern Länge. Auf der A 45 müssten 79 solcher Brücken überprüft werden. „Ich bin nicht bereit, irgendetwas unter den Teppich zu kehren“, sagte Groschek. Er forderte offene Debatte über die Ausweitung der Autobahnmaut. Nur so seien die Sanierungskosten – in NRW 3,5 Milliarden Euro in den kommenden zehn Jahren – zu bezahlen. Er erneuerte seinen Vorschlag, die Nutzungsgebühren auf Lkw ab 7,5 Tonnen auszuweiten und auch schon Transporter zu erfassen.

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