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Arbeiter-Samariter-Bund: Hilfe aus Sülz für syrische Flüchtlinge

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Viele Familien mit Kindern sind aus Syrien geflohen.  Foto: ASB
Florian Hauke aus Köln-Sülz hat im Nordirak an der Grenze zum Krisengebiet Syrien eine mobile Klinik aufgebaut. Der Einsatzleiter des Arbeiter-Samariter-Bunds wusste schon früh, dass er nicht der Mensch für einen Bürojob ist.  Von
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Sülz

Florian Haukes Wahlheimat Sülz ist ein gewachsener Stadtteil mit 35 000 Einwohnern, in zehn Jahren sollen rund 37 000 Menschen hier wohnen. Haukes letzter Einsatzort, das Flüchtlingslager Dormiz im Nordirak an der syrischen Grenze, ist eine kleine Stadt mit 30 000 Einwohnern, die es vor einem Jahr noch nicht gab. Täglich kommen bis zu 1000 Menschen in Dormiz an. Wie das Lager in zehn Jahren aussieht, ist offen – „aber vor Ort rechnet man aufgrund der unsicheren Lage in Syrien damit, dass es das Lager sehr lang geben wird. Es wird zu einer richtigen Stadt anwachsen“, sagt Hauke.

Florian Hauke war als Einsatzleiter eines fünfköpfigen Teams des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB) für 18 Tage in Dormiz. Mit einem Team aus Ärzten und Rettungssanitätern hat er im kurdischen Teil des Irak eine mobile Mini-Klinik betrieben: Da sich eine Station für Kranke und Verletzte noch im Bau befand, hatte der ASB, dessen Bundesgeschäftsstelle sich auf der Sülzburgstraße befindet, im November und Dezember abwechselnd drei Teams mit insgesamt 25 freiwilligen Helfern in das Krisengebiet geschickt. Im Gepäck: Das so genannte „Emergency Health Kit“, das Medikamente und medizinisches Material enthält, um 10 000 Menschen über drei Monate medizinisch zu versorgen. Erkältungen, Durchfallerkrankungen, Beschwerden am Bewegungsapparat, Wurm- und Hauterkrankungen haben Haukes Kollegen vor allem behandelt – „medizinisch gesehen nicht die schwersten Fälle, aber es war eine Hilfe, die absolut nötig war und sehr unmittelbar gewirkt hat“, sagt der 31-jährige Vater eines zweijährigen Sohnes.

Behörden sind kooperativ

Viele der Flüchtlinge haben Haus und Angehörige verloren, sie flohen vor den Truppen von Staatschef Baschar al-Assad, der sein eigenes Land, Schulen, Kranken- und Wohnhäuser bombardieren lässt.

Im kurdischen Teil des Irak werden die Menschen mit offenen Armen empfangen – die meisten von ihnen gehören zur kurdischen Minderheit in Syrien und gelten den Kurden jenseits der Grenze als Brüder und Schwestern. Hauke, der beim ASB als Ostafrika-Koordinator arbeitet und zweimal pro Jahr nach Uganda fliegt, war überrascht, wie kooperativ die Behörden waren, wie gut das Lager insgesamt organisiert war.

Viele Flüchtlinge finden Arbeit

„Man merkt, dass Kurdistan eine Region mit wachsender Wirtschaft ist. Nicht wenige der Flüchtlinge haben schnell Arbeit gefunden, im Lager selbst wird auch Handel betrieben“, sagt Hauke. Viele Ölfelder liegen im kurdischen Teil des Irak, die Region gilt als vergleichsweise sicher und aufstrebend.

Für Florian Hauke war relativ früh klar, dass ein reiner Bürojob eher nichts für ihn ist. Als Student reiste er nach Südamerika, Osteuropa, Nordafrika und in den Nahen Osten – einer seiner Forschungsschwerpunkte im Studium der Sozialpädagogik war Armut in der Dritten Welt. Bei seinen Auslandseinsätzen erlebt er, wie dankbar Menschen für ganz grundlegende Versorgung und Hilfe sein können. „Auch die Arbeit im Team, mit dem ich während der Zeit im Lager 24 Stunden am Tag zusammen war, ist eine tolle Erfahrung.“ Am Ende freute sich Florian Hauke freilich, von Dormiz zurück nach Sülz zu kommen, er freute sich auf seine Frau, seinen Sohn, und auch auf seinen Schreibtisch im Büro.

www.asb-koeln.de

700 000 Menschen auf der Flucht

Drei Teams mit insgesamt 25 Helfern hat der Arbeiter-Samariter-Bund ins Flüchtlingslager Dormiz entsendet.

Lokale Gesundheitsbehörden hatten zuvor um internationale Hilfe gebeten, um die medizinische Grundversorgung der Flüchtlinge zu garantieren.

700 000 Menschen sind offiziellen Schätzungen zufolge bislang aus Syrien in Nachbarstaaten geflüchtet.

Bis zum Ende des Jahres könnte die Zahl der Flüchtlinge auf rund eine Million steigen, vermuten UN-Experten.

Finanziert wird der Hilfseinsatz vom Auswärtigen Amt und von der Aktion Deutschland Hilft, einem Zusammenschluss zahlreicher Hilfsorganisationen. (uk)

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