Lindenthal
Braunsfeld, Junkersdorf, Klettenberg, Lindenthal, Lövenich, Müngersdorf, Sülz, Weiden, Widdersdorf

Vorlesen
25 Kommentare

Aufgaben zu schwer: Schülerprotest gegen Abi

Erstellt
Die Mathe-Aufgaben waren für viele Schüler ein harte Nuss. Foto: dpa
Böse Überraschung beim Mathe-Abi: Die Aufgaben seien unverständlich formuliert und auch für starke Schüler kaum lösbar gewesen, klagen Kölner Abiturienten. Sie haben eine Facebook-Gruppe geründet und eine Online-Petition gestartet.  Von
Drucken per Mail
Köln

„Als wir die Aufgaben gesehen haben, waren wir alle geschockt“, sagt Felix Blumentritt. Bei der Abitur-Klausur im Grundkurs Mathematik der Liebfrauenschule in Lindenthal am Mittwoch machte sich Verzweiflung und Ratlosigkeit breit, als die Gymnasiasten die Fragestellungen in Händen hielten. „Die Aufgaben waren unverständlich und verwirrend formuliert und so schwer, dass selbst die Besten im Kurs sie oft nicht lösen konnten“, sagt Felix, der selbst mit einer Zwei plus in Mathe vorbenotet war. Auch seine Lehrer pflichten ihm bei.

Eine Facebook-Gruppe mit Schülern aus ganz Nordrhein-Westfalen, die am kommenden Dienstag in Düsseldorf gegen die Matheklausuren demonstrieren möchte, ist in Windeseile auf fast 3000 Mitglieder gewachsen. Mehr als 1700 Personen haben sich bislang an einer Online-Petition an das NRW-Schulministerium beteiligt, in der unter anderem die Prüfung des Schwierigkeitsgrads der jüngsten Klausuren gefordert wird. Das Schulministerium hingegen hält die Aufgaben für angemessen.

„Klippen, die wir so noch nicht kannten“

Der erste von zwei Teilen der Klausur behandelte eine Kurvendiskussion. „Die Aufgabe war sehr schwer. Man konnte bei dem Graphen kaum einen Hochpunkt erkennen“, sagt Liebfrauenschüler Lukas Hesselmann. Im zweiten Teil konnten die Oberstufen-Lehrer wählen, ob sich die Schüler mit Vektoren oder Matrizen auseinandersetzen sollten. Sie entschieden sich für die Vektoren, doch auch hier drohte Ungemach. „Man wusste gar nicht, mit welcher Stammfunktion man jetzt weiterrechnen sollte“, stöhnt Mitschüler Felix. Dabei habe seine Mathe-Lehrerin ihn und seine Kurs-Kollegen intensiv und umfassend auf die Prüfung vorbereitet.

„Die Lehrer unserer sechs Mathematik-Grundkurse haben die Matrizenaufgabe von vorn herein nicht genommen, um die Schüler zu schützen“, erklärt Ingrid Schulten-Willius, Leiterin der Liebfrauenschule. Zu schwierig und irritierend sei die Aufgabe gewesen, sagt Schulten-Willius’ Stellvertreter Christoph Bräunl, der selbst Mathematik unterrichtet. „Die Aufgaben waren lösbar, enthielten aber Klippen, die wir so noch nicht kannten.“ Seit Einführung des Zentralabiturs vor sieben Jahren „sind die Anforderungen besonders in Mathe ständig gestiegen“, sagt Bräunl.

Nur wenige Lehrer beschweren sich

„Wir nehmen die Sorgen sehr ernst“, erklärt Barbara Löcherbach, Sprecherin des NRW-Schulministeriums. „Die Klausur war aber nicht fehlerhaft und entsprach dem Lehrplan“, betont sie. Bevor die Aufgaben an die Schulen gingen, würden sie eindringlich geprüft. Lehrer erarbeiteten und testeten die Fragestellungen, eine Kommission von Fachpädagogen wechselnder Schulen in NRW würden die Aufgaben schließlich freigeben. Nach den Matheklausuren am Mittwoch hätten sich „nicht mal eine Handvoll Lehrer“ beim Ministerium über die Aufgaben beschwert, berichtet Löcherbach. „Wir sehen keinen Anlass, die Klausur neuschreiben zu lassen.“ In jedem Jahr gebe es Schüler und Lehrer, die die Abituraufgaben als zu schwierig empfänden. „Aber gerade der Schweregrad einer Matheklausur ist sehr subjektiv“, sagt Löcherbach. Dass es in diesem Jahr mehr Proteste aus der Schülerschaft gebe, sei auch dem doppelten Abiturjahrgang zuzuschreiben. In diesem Jahr machten rund 121000 Schüler in NRW ihre allgemeine Hochschulreife, weiß Löcherbach sonst sind es durchschnittlich 80000.

Auch interessant
KVB Fahrplan
Start
Ziel
Datum
Zeit
 
Videos
FACEBOOK
Blog
Digitale Themen
Das Logo von Rheinklick

Mini-Coding-Schulungen, Analysen oder Veranstaltungen, hier geht es um Themen rund um die digitale (Kölner) Szene.

Weitere Serien
Nachwuchs-Autoren

Szene, Lifestyle, Trends, coole Events: Schüler, Studenten und Auszubildende schreiben für junge Leute.

Kleinanzeigen
ipad
Tablet-Ausgabe

Jetzt noch lokaler und umfangreicher: Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ für das Tablet lädt zur Erlebnisreise durch die Themen des Tages ein. Jetzt 20 Tage lang gratis testen!