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Dürener Straße: Auf der Straße der Makler

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Gut zu tun: Der Filialist Engel & Völkers war der erste Makler mit Ladenlokal an der Dürener Straße.  Foto: Peter Rakoczy
Rund um den attraktiven Stadtwald lässt sich mit Immobilien viel Geld verdienen. Der Kölner Westen gilt als interessantester Markt im Stadtgebiet. Kein Wunder, dass sich hier die Makler tummeln und die Preise steigen.  Von
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Die Dürener Straße avanciert immer mehr zur Makler-Meile. Jüngst haben zwei Immobilienfirmen ihre Ladenlokale eröffnet – acht Haus-und-Grund-Spezialisten tummeln sich inzwischen auf der Lindenthaler Einkaufsstraße. Der Grund liegt auf der Hand: Rund um den attraktiven Stadtwald ist viel Geld zu verdienen. Wohnen in Lindenthal wird immer beliebter. Und die Häuser sind teuer, viele Anwohner vermögend. Die Ansiedlung der Läden folgt einem ähnlichen Prinzip wie bei Autohäusern: Den Kunden freut es, wenn er sich auf kurzen Wegen überall informieren kann.

In der neuen Filiale des Immobilienmaklers Dr. Oebels + Partner auf der Dürener Straße 151 glänzen weiße Ledersessel. Britta Oebels versprüht Optimismus, als sei der Erfolg der Filiale schon sicher. „Ladengeschäfte mit Schaufenstern und direkten Ansprechpartnern werden immer wichtiger“, sagt die Geschäftsführerin des Kölner Familienunternehmens. „Wir haben viele Kunden in Lindenthal und vermarkten auch ein großes Neubauprojekt an der Dürener Straße. Wir sind unseren Kunden also gewissermaßen hinterhergezogen.“

Acht Makler auf der Dürener Straße

Mindestens acht Maklerbüros gibt es inzwischen auf der Dürener Straße. Ist der gesunde Geschäftsmix gefährdet?
Mindestens acht Maklerbüros gibt es inzwischen auf der Dürener Straße. Ist der gesunde Geschäftsmix gefährdet?
Foto: Peter Rakoczy

Der Kölner Westen sei zudem der interessanteste Markt der Stadt: „Hier sind mehr Häuser und Wohnungen im Angebot als im Süden“, sagt Oebels. „In den Top-Lagen im Süden ist die Nachfrage zwar genauso groß, aber viele Objekte werden ausschließlich in die nächste Generation weitergereicht.“ Dr. Oebels + Partner ist jetzt Nachbar des Konkurrenten Dahler & Company auf der Dürener Straße – das Maklerbüro ersetzt einen Kleiderladen.

Vor über zehn Jahren hatte sich mit dem Franchise-Immobilienunternehmen Engel & Völkers das erste Makler-Büro auf der Dürener Straße niedergelassen. Mit dem Einzug von Dr. Oebels + Partner und dem Filialisten Von Poll, der Immobilien GmbH iwert, Dahler & Company, Fonica, dem Haus- und Grundverwalter Wekö, der Immobiliengesellschaft Geylenberg sowie Kampmeyer Immobilien sind es acht. „Das funktioniert, weil die Makler verschiedene Marktbereiche abdecken“, sagt Roland Kampmeyer, Geschäftsführer des gleichnamigen Unternehmens.

Fonica vermietet und verkauft eher günstige Wohnungen, Dahler & Company konzentriert sich auf Bestlagen und setzt auf „persönliche Objektberater“, wie deren Kölner Chefin Petra Emmer sagt. Die neuen Makler auf der Dürener wollten „auch etwas vom Kuchen abhaben“, sagt Emmer. Konkurrenz belebe das Geschäft, sagt sie. „Aber da das Angebot begrenzt ist, wird es irgendwann eng.“

Diskretion und Vertraulichkeit

Geschäftsführerin Britta Oebels
Geschäftsführerin Britta Oebels
Foto: Peter Rakoczy

Da sich bei den Maklern das so genannte Shop-System mit Verkaufsläden immer mehr durchsetze, sei die Entwicklung auf der Dürener Straße – die parallel auch auf der Hauptstraße und der Maternusstraße in Rodenkirchen zu beobachten ist – nur folgerichtig, meint Kampmeyer. Roland Kampmeyer selbst freilich verabschiedet sich wieder von der Dürener: Das Unternehmen zieht um zum Waidmarkt, „weil der Standort dort für uns noch günstiger ist“. Vorreiter für die Schaufenster-Läden ist der Filialist Engel & Völkers. „Die Idee war, für Transparenz zu sorgen. Dem Makler soll durch die offenen Läden der Makel genommen werden“, sagt der Kölner Statthalter Burkard Brinkmann. Engel & Völkers hat sich auf eher hochpreisige Immobilien in guten Lagen spezialisiert. „Da war die Dürener Straße die erste Adresse.“ Vor fünf Jahren eröffnete das Unternehmen auch eine Filiale in Rodenkirchen.

Die neuen Makler-Büros wie Dr. Oebels betrachtet Brinkmann „eigentlich nicht als Konkurrenz“. Engel & Völkers konzentriert sich auf das „Geschäft von 600 000 Euro aufwärts“, und das habe sich in den vergangenen Jahren „sehr erfreulich entwickelt“, sagt Brinkmann. Besonders die Nachfrage nach Stadthäusern über eine Million Euro sei „in den vergangenen Jahren enorm gestiegen“, so Brinkmann. „Die niedrigen Zinsen und die Sorge um den Euro haben die Nachfrage gesteigert.“ Die teuren Villen sind freilich weder in den Schaufenstern noch im Internet zu sehen. „Hier geht es um Diskretion und Vertraulichkeit.“

Image der Branche verbessern

Transparenz erheben nicht alle Makler zum Prinzip. Es gibt auch solche, die sich nicht öffentlich zu ihrem Geschäft äußern und solche, die nie ein Ladengeschäft eröffnen würden. Roland Kampmeyer zählt zu den Maklern, die offensiv in die Öffentlichkeit gehen, „um das Image unserer Branche ein bisschen zu verbessern“. Viele Menschen sprächen den Maklern die Existenzberechtigung ab – für den Mietermarkt könne er das ein bisschen nachvollziehen, „ich würde auch sagen, dass Provisionen eine Sache der Eigentümer sein sollten“, sagt er. Für den Verkauf und die Vermarktung von Immobilien freilich brauche es Makler. „Je transparenter sie arbeiten, desto besser.“ Die Zeit der Makler-Meilen hat erst begonnen.

Je näher am Grünen, desto teurer

Die Nachfrage nach Luxusimmobilien im Bezirk Lindenthal ist während der vergangenen zwei Jahre enorm gestiegen“, sagt Burkard Brinkmann, Kölner Geschäfstführer von Engel & Völkers. Das Angebot sei allerdings begrenzt. So würden im Stadtteil Lindenthal (inklusive Deckstein) nur drei bis fünf freistehende Einfamilienhäuser pro Jahr verkauft, die alle über eine Million Euro kosten.

Die beliebtesten und teuersten Lagen sind Brinkmann zufolge Rautenstrauchstraße, Joeststraße, Wüllner Straße, Fürst-Pückler Straße, Pfarriusstraße, Haydnstraße, Brahmsstraße und Max-Bruch-Straße.

Grundsätzlich gelte: „Je näher am Stadtwald, desto teurer.“

Sanierungsbedürftige, freistehende Einfamilienhäuser kosten laut Burkhard Brinkmann in Lindenthal rund 900 000 bis 2,5 Millionen Euro. Sind die Häuser kernsaniert, müssen Kaufwillige bis zu 3,5 Millionen Euro zahlen.

Die Quadratmeterpreise für Neubauwohnungen in sehr guten Lindenthaler Lagen schwankten derzeit zwischen 5500 und 7500 Euro.

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