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Dürener Strasse/Gürtel: Unfallschwerpunkt bleibt gefährlich

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An der Rechtsabbiegespur vom Gürtel stadtauswärts passieren besonders häufig Unfälle. Foto: Goyert
Anwohner und Polizei drängen auf einen baldigen Umbau der Kreuzung Dürener Strasse/Gürtel. Doch wann der Unfallschwerpunkt entschärft wird, steht noch in den Sternen. Die Kreuzung bleibt noch mindestens ein Jahr lang gefährlich.  Von
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Der verzögerte Umbau des Unfallschwerpunkts Dürener Straße/Gürtel sorgt weiter für Diskussionen. Anwohner und Polizei fordern, den Knotenpunkt möglichst schnell umzubauen, um das Unfallrisiko zu senken. Während Anwohner sich aber für eine provisorische Lösung bis zum endgültigen Umbau aussprechen, hält die Polizei davon nichts.

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Die Kreuzung sollte – so hatte es die Stadt geplant – bis Ende 2012 umgestaltet werden. Dass es nun vermutlich eineinhalb Jahre länger dauert, liegt an immer neuen Wünschen der Politik – und an der Technik. Ursprünglich sollte lediglich der Linksabbieger vom Gürtel auf die Dürener Straße mit eigener Ampelphase ausgestattet werden.

Kreuzung komplett neu gestalten

Unfallschwerpunkt Duerener Str. Ecke Guertel.
Unfallschwerpunkt Duerener Str. Ecke Guertel.
Foto: Goyert

Dann forderten die Grünen, die Radfahrer besonders zu schützen – im März 2010 hatte ein Lkw-Fahrer eine Radfahrerin übersehen und überfahren. Die Frau starb. Nun soll auch die unfallträchtige Rechtsabbiegerspur vom Gürtel auf die Dürener Straße stadtauswärts weichen, die Rechtsabbieger sollen künftig an der Kreuzungsampel warten. „Die Kreuzung muss umgebaut und komplett neu ausgestattet werden, sagt Susanne Rosenstein vom Amt für Straßen und Verkehrstechnik. „Dazu gehören Signalmaste, Signalgeber und Verkabelung. Zudem muss ein neues Steuergerät installiert werden.“ Die neue Steuerung ist inzwischen ausgearbeitet. Nun muss der Verkehrsausschuss der mehrfach geänderten Planung zustimmen und den Umbau beschließen. Erst dann können die Arbeiten ausgeschrieben werden. „Bis zur Fertigstellung dauert es noch mindestens ein Jahr“, sagt Rosenstein.

Seit mindestens neun Jahren tauche die Kreuzung regelmäßig als besonders unfallträchtiger Knotenpunkt in den Statistiken auf, sagt Helmut Simon, Leiter der Direktion Verkehr der Polizei Köln. Die Verkehrsführung sei hier besonders komplex, das Verkehrsaufkommen hoch. Radfahrer sind deshalb an der Dürener Straße/Gürtel besonders gefährdet. Und Radler gibt es in Lindenthal vergleichsweise viele.

Täglich Vollbremsungen und Hupkonzerte

„Wir diskutieren seit 2004 jedes Jahr über Möglichkeiten, die Kreuzung sicherer zu machen“, sagt Simon. Sechs Monate nach dem Tod der Radfahrerin, im September 2010, hatten sich Verkehrsplaner, Polizei, Politiker und Anwohner auf Anregung von Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes getroffen – aber auch danach wurde nicht gehandelt.

„Gefährlich ist die Kreuzung schon, seit ich hier lebe – seit meiner Geburt 1960“, sagt Barbara Thiess, die mit ihrem Mann Walter ein Architekturbüro am Lindenthalgürtel 105 hat und bei der Arbeit direkt auf die Kreuzung guckt. Täglich höre sie Vollbremsungen, Hupkonzerte, fluchende Radfahrer und Fußgänger. Dreimal habe sie schon den Notarzt gerufen – „wir sind ja immer die ersten, die einen Unfall mitkriegen“.

Provisorische Lösung vorab?

Der Knotenpunkt Dürener Straße/Gürtel zählt zu den unfallträchtigsten der Stadt. Daran wird sich vorläufig nichts ändern.
Der Knotenpunkt Dürener Straße/Gürtel zählt zu den unfallträchtigsten der Stadt. Daran wird sich vorläufig nichts ändern.
Foto: Goyert

Nur noch ungern nutze sie mit ihren Kindern die Ampel vom Lindenthalgürtel Richtung Stadtwald. Es ist der Überweg, an dem die meisten Unfälle passieren. Die Lindenthaler Initiative entwickelte im Herbst 2010 ein Konzept, „das gut aufgenommen wurde“, wie sich Barbara Thiess erinnert. Die Idee, Radfahrer zum Beispiel mit Haltebuchten besser zu schützen, war schon in ähnlicher Form ausgearbeitet wie später von den städtischen Verkehrsplanern. „Uns wurde zugesagt, den Vorschlag mit Änderungen im Detail in den nächsten eineinhalb Jahren umzusetzen“, sagt Barbara Thiess.

Schon damals hatten sich die Thiess’ für eine Interimslösung starkgemacht: Die gefährliche Linksabbiegerspur vom Gürtel in die Dürener Straße sollte vorläufig gesperrt, der Rechtsabbieger in der anderen Richtung gesperrt werden. „Dies wäre ohne großen Aufwand möglich gewesen“, sagt Walter Thiess. „Und es ist jederzeit möglich.“ Jüngst hat sich das Ehepaar mit dem Anliegen wieder an die Stadt gewandt. Verkehrsexperte Simon hält von solch einer provisorischen Lösung nichts. „Die könnte dazu führen, dass die komplette Umgestaltung weiter verschoben wird.“ Es müsse jetzt einfach schnellstmöglich gehandelt werden, fordert er.

Auch Scho-Antwerpes drängt zur Eile. „So bald wie möglich sollte auch das Fahrrad wieder aufgestellt werden, das bis vor kurzem an die tödlich verunglückte Frau erinnert hat“, sagt sie. Ein Mahnmal, das zu schnellem Handeln animieren sollte.

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